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Nach Erpressungsskandal und Rauswurf
Nationaltrainer Deschamps fordert Benzema-Begnadigung

Polizei nimmt Benzema in Paris fest
Polizei nimmt Benzema in Paris fest FOTO: afp, MA/QL
Paris. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat sich in der Sport-Tageszeitung L'Equipe vehement für eine Rückkehr von Karim Benzema (Real Madrid) in die Nationalmannschaft ausgesprochen.

"Alle Welt beneidet uns um ihn. Niemand bleibt fünf Jahre lang Stürmer bei Real unter Mourinho, Ancelotti, Benitez oder jetzt Zidane. Ich will bei der EM die sportlich besten Spieler haben. Außerdem: Karim hat einen Fehler begangen, aber ich bleibe bei meinem Prinzip: Ich verteidige jeden Spieler", sagte der 47-Jährige.

Der 28-jährige Benzema hatte seinen Nationalmannschaftskollegen Mathieu Valbuena aufgefordert, einem "Freund" 150.000 Euro für die Nicht-Veröffentlichung eines Sex-Videos zu zahlen. Nach dem Auffliegen der Affäre hatte ein Gericht eine Kontaktsperre zwischen beiden Spielern verhängt, um Absprachen zu vermeiden. Diese Kontaktsperre wurde von einem Berufungsgericht in der letzten Woche aufgehoben, doch die Anklage wegen Erpressung bleibt.

Verbandspräsident Noël Le Graët hatte seinerzeit Benzema aus der Nationalmannschaft verbannt. Diesen Ausschluss will er erst aufheben, wenn er mit beiden Spielern gesprochen hat. Da Deschamps am Donnerstag seine Liste für die beiden letzten Länderspiele vor der Nominierung des EM-Kaders bekannt gibt, ist es unwahrscheinlich, dass der derzeit verletzte Benzema (81 Länderspiele, 27 Tore) bereits in den Niederlanden (26. März) oder gegen Russland (29. März) schon wieder für les Bleus aufläuft.

Im Übrigen betont Deschamps, dass sein Ziel der Titelgewinn ist: "Im Vergleich zur WM in Brasilien ist der Abstand zu Deutschland kleiner geworden. Das heißt aber auch, dass immer noch ein Abstand vorhanden ist."

(sid)
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