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Quintett erstmals dabei
Historische Erfolge: Die EM als Debütantenball

Keine Tore zwischen Slowakei und Nordirland
Keine Tore zwischen Slowakei und Nordirland FOTO: afp
Wales, Slowakei, Island, Nordirland, Albanien - ein Quintett feiert in Frankreich seine Premiere bei einer EM-Endrunde. Vor allem in Wales hat man auf diesen Moment gewartet, die EM-Hymne war schon lange geschrieben.

Nick Wire musste schon befürchten, dass sein wertvolles Schriftstück in irgendeiner Schublade verstaubt. Lange bevor Wales es als einer von fünf Debütanten zur Fußball-EM schaffte, war der Text zur Hymne "Together Stronger" bereits geschrieben. In diesem Jahr wurde der Song der Manic Street Preachers unter Mithilfe von Starspieler Gareth Bale und Co. endlich eingesungen.

"Es gab ja schon einige schlechte EM-Songs", sagte Band-Frontmann James Bradfield im Gespräch mit Wales Online, "aber als ich den Text dann in der Hand hielt, wusste ich sofort, dass es ein guter Song wird." Ein Song voller Pathos, Leidenschaft und Hoffnung auf eine erfolgreiche EURO in Frankreich.

Von einer "Zukunft, die von uns gewonnen wird", ist darin die Rede. Zudem sei das Team von Trainer Chris Coleman "zu gut, um wahr zu sein", kurzum: "Es fühlt sich unfassbar gut an, wieder zu leben."

Selbstverständlich werden auch die beiden Stars des Teams erwähnt - denn sie sollen den Erfolg garantieren. Wenn Bale, der teuerste Spieler der Welt, mitspielt, "können wir jeden schlagen". Und Aaron Ramsey vom FC Arsenal soll gefälligst "die Welt mit seinem Spiel verzücken".

Wahrscheinlich würde es den meisten Fans schon genügen, wenn Bale und Co. im ersten Spiel der Gruppe B einen Sieg einfahren. Gegner ist die Slowakei - ein anderer Debütant, der wie Wales schon mächtig stolz auf die erste Teilnahme an einer EM ist.

"Wir sind alle einfach nur glücklich, Teil des Turniers zu sein. Wir haben schon mit der Teilnahme einen historischen Erfolg verbucht", sagte Mittelfeldstar Marek Hamsik. Der 28-Jährige ist für die Slowakei das, was Bale für Wales ist - die Lebensversicherung.

Wie die Slowakei, bei denen der Berliner Peter Pekarik und der Ex-Kölner Dusan Svento im Kader stehen, haben auch die anderen Debütanten eine Verbindung nach Deutschland. Im Team der Albaner steht der Kölner Mergim Mavraj im Aufgebot, Island setzt auf den Augsburger Alfred Finnbogason. Nordirland ist der letzte Gruppengegner der DFB-Auswahl.

"Ich erinnere mich daran, dass 1982 in Belfast 22 Mann einem Ball hinterhergelaufen sind - und am Ende hat Nordirland Deutschland geschlagen", sagte Patrick Nelson, Geschäftsführer des nordirischen Verbands IFA, mit Blick auf das legendäre Zitat Gary Linekers, an dessen Ende immer Deutschland gewinnt: "Das ist jederzeit wieder möglich, so gut Deutschland auch ist. Unser Nachbar Irland hat uns mit seinem Sieg in der Qualifikation Mut gemacht."

(sid)
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