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EM-Krawalle
20 russische Hooligans ausgewiesen

Russische Hooligans stürmen England-Block
Russische Hooligans stürmen England-Block FOTO: ap, AF FP
Nach den blutigen Ausschreitungen von Marseille wird drei russischen Staatsbürgern der Prozess gemacht. 20 weitere, darunter auch der Rechtsaktivist Alexander Schprygin, sollen bis Montag des Landes verwiesen werden.

Das teilten die französischen Behörden am Donnerstagmorgen mit. Bislang waren noch keine Russen für die Krawalle am vergangenen Samstag in Südfrankreich angeklagt worden.

In Marseille waren mehrere Dutzend Menschen verletzt worden, ein Engländer so schwer, dass er tagelang in Lebensgefahr schwebte. Die Polizei hatte zu Wochenbeginn nahe Marseille insgesamt 43 Russen vorläufig festgesetzt. Schprygin, Gründer einer sehr zweifelhaften Fan-Vereinigung und in der Vergangenheit unter anderem mit dem Hitler-Gruß aufgefallen, saß mit in dem Reisebus, er reiste laut Medienberichten mit einer offiziellen Akkreditierung des Verbandes durch Frankreich.

Am Mittwoch, einen Tag vor dem Hochrisikospiel zwischen England und Wales am Donnerstag (15.00 Uhr/ARD) in Lens, kam es in im nahegelegenen Lille zu weiteren Ausschreitungen. Die Polizei nahm 36 Personen fest. Darunter sind auch sechs Russen, die an den heftigen Straßenschlachten in Marseille beteiligt gewesen sein sollen. Bei wiederholten Ausschreitungen wurden 16 Personen verletzt.

Schon am Nachmittag war die Polizei in der Innenstadt gegen rund 200 englische Anhänger vorgegangen und setzte dabei Tränengas ein, kurz vor Mitternacht wiederholte sich dies. Nach dem zweiten Vorrundensieg von EM-Gastgeber Frankreich gegen Albanien (2:0) gingen in Lille zudem französische Fans auf die Polizei los. Beim Verlassen der Fanzone wurden Flaschen und Steine geworfen, dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Franzosen spielten am Mittwochabend in Marseille.

Auseinandersetzungen gab es zudem in einem Zug, der englische und walisische Fans vor dem Duell am Donnerstag in Lens von Calais nach Lille brachte. Die Fangruppen gerieten während der Fahrt aneinander, nach der Ankunft im Bahnhof wurden fünf Personen festgenommen.

Schon im Vorfeld des Risikospiels zwischen Russland und der Slowakei (1:2) am Mittwoch in Lille waren zehn Personen festgenommen worden. Vier von ihnen blieben auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag noch in Polizeigewahrsam - eine Russin und ein Ukrainer wegen unerlaubten Waffenbesitzes, zwei weitere Russen wegen Gewalttätigkeiten.

In Lille ist der Verkauf von alkoholischen Getränken seit Dienstagnachmittag deutlich eingeschränkt, alle Bars in der Innenstadt müssen spätestens um Mitternacht schließen. Rund 4000 Sicherheitskräfte sind nach Behördenangaben in der Stadt im Einsatz.

(sid)
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