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Contes Sturm-Puzzle
Angriff bleibt trotz Sieg Italiens Baustelle

Fotos: Italien gewinnt letzten EM-Test 2:0 gegen Finnland
Fotos: Italien gewinnt letzten EM-Test 2:0 gegen Finnland FOTO: afp, om
Das Problem der italienischen Nationalelf ist klar, die Mannschaft schießt zu wenig Tore. Gegen Finnland erhalten im Angriff Zaza und Immobile eine neue Chance. Auch sie keine Offenbarung. Immerhin ist vor Beginn der Europameisterschaft eine wichtige Personalie geklärt.

Aus fünf mach zwei: Vor Beginn der EM ist Italiens Nationalcoach Antonio Conte weiter auf der Suche nach dem perfekten Sturmduo. Der frühere Dortmunder Ciro Immobile und Simone Zaza von Juventus Turin konnten ihre Chance beim 2:0-Testspielsieg gegen schwache Finnen nur bedingt nutzen. Doch auch die Alternativen Eder, Graziano Pelle und Lorenzo Insigne drängen sich nicht für die Startelf auf. "Der Alchimist Conte scheint noch nicht die richtige Formel für einen funktionierenden Angriff gefunden zu haben", urteilte die "Gazzetta dello Sport" am Dienstag.

Ventura wird Italiens neuer Nationaltrainer

Bei allen sportlichen Problemen und Fragen klärte der italienische Verband am Dienstag immerhin die Nachfolge von Conte. Der 68 Jahre alte Giampiero Ventura wird nach der EM auf den scheidenden Nationaltrainer folgen. Der Trainer erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag, wie der Fußball-Verband FIGC mitteilte. Damit hat Italien während des Turniers zumindest in der Trainerfrage Ruhe.

Das Formbarometer der 24 Mannschaften FOTO: afp, JS

Am kommenden Montag startet Italien gegen Mitfavorit Belgien in die EM. Conte muss bis dahin noch einige sportliche Fragen beantworten. Trotz der perfekten Testspielbilanz mit Siegen gegen Schottland und Finnland ohne Gegentor wird die Leistung der Squadra Azzurra in der Heimat kritisch gesehen. "Conte, gegen Belgien wird das nicht reichen", meinte "Tuttosport". "Licht und Schatten im letzten EM-Test." Conte versicherte: "Ich weiß, dass es in Frankreich schwer wird, aber ich habe eine Gruppe, die alles für Italien geben wird."

Defensive gilt als Stärke des viermaligen Weltmeisters

Die Zukunft der EM-Trainer FOTO: dpa, kne fdt hpl

Verlassen kann sich der Trainer in jedem Fall auf seine Defensive um den Juve-Block aus Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci sowie Kapitän Gianluigi Buffon, der gegen Finnland eine Pause bekam. Zwar wurde die Dreier-Abwehrkette, die Conte als System bevorzugt, in den beiden Testspielen kaum gefordert, doch die Defensive gilt als Stärke des viermaligen Weltmeisters. In der EM-Qualifikation kassierte das Team in zehn Spielen nur sieben Tore.

Allerdings traf Italien in diesen zehn Partien auch nur 16 Mal - und die Fragezeichen im Angriff sind seitdem nicht weniger geworden. "Wir schießen viel aufs Tor, wir spielen uns viele Möglichkeiten heraus, es fehlt ein Tor, um das Selbstvertrauen zu erhöhen", gab Conte nach dem Erfolg gegen Finnland zu. Und der Ex-Dortmunder Immobile, der bis kurz vor der EM noch verletzt war und gegen Finnland nicht überzeugte, sagte: "Wir wissen, dass wir zu wenige Tore schießen, aber ich hoffe, dass wir fünf Stürmer es gemeinsam schaffen."

Lange schienen Pelle vom Premier-League-Club FC Southampton und Inter Mailands Eder im Sturm gesetzt. Doch Pelle, der erst mit 29 sein Debüt in der Nationalelf gab, zeigte einige schwächere Partien, Eder traf in der Rückrunde in der Serie A nur zweimal. Die besten Karten hat wohl der gegen Finnland starke Zaza, der bei Meister Juventus Turin jedoch auch nur Ersatz ist. "Das Wichtige war, dass wir heute gewonnen haben, um Selbstvertrauen zu bekommen", sagte er.

Mehr als die Stürmer war gegen Finnland Mittelfeldspieler Antonio Candreva mit einem Tor und einer Vorlage der Lichtblick. "Wir sind in guter Form und das war ein guter Test", sagte er. Hoffnung macht den Azzurri zudem, dass Auftaktgegner Belgien vergangene Woche im Test gegen Finnland nur zu einem 1:1 gekommen war. Zaza meinte: "Belgien ist zwar sehr stark, aber wir sind sicher nicht schlechter."

(dpa)
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