| 16.58 Uhr

Frankreich - Irland 2:1
Frankreichs Titel-Traum lebt dank Griezmann weiter

Fotos: Griezmann-Doppelpack lässt Franzosen ausrasten
Fotos: Griezmann-Doppelpack lässt Franzosen ausrasten FOTO: afp
Lyon. Paul Pogba küsste Doppeltorschütze Antoine Griezmann erleichtert auf die Wange, auf der Tribüne jubelte der überglückliche Staatspräsident Francois Hollande: Vive la France – Frankreich lebt!

Der überragende Griezmann hat den EM-Gastgeber vor einer sportlichen Katastrophe bewahrt. Zwei Treffer des Stürmerstars (58./61.) von Atlético Madrid bescherten der Equipe tricolore einen 2:1 (0:1)-Zittersieg im Achtelfinale gegen Irland und ersparten der Grande Nation eine riesengroße Blamage.

"Ein eigenartiges Spiel"

"Ich bin sehr glücklich und werde das genießen", sagte Griezmann, bevor er von seinen Mannschaftskameraden weiter geherzt wurde: "Das war ein eigenartiges Spiel. Die Kritik vorher gehört zum Fußball – ich hoffe, wir können so weitermachen."

Robbie Brady (2., Foulelfmeter) ließ die kampfstarken "Boys in green" mit dem zweitschnellsten Tor der EM-Geschichte von einer Sensation träumen. Doch spätestens nach der Roten Karte gegen Shane Duffy wegen einer Notbremse an Griezmann (66.) war das Spiel zugunsten des nun wie entfesselt aufspielenden Favoriten entschieden. Der eingewechselte André-Pierre Gignac traf zudem die Latte (77.).

Ire Duffy sieht erste Rote Karte FOTO: dpa, ks

"Der Elfmeter war ein Schock", sagte Trainer Didier Deschamps, "die Iren haben gut gespielt, aber wir hatten schon gute Möglichkeiten in der ersten Hälfte. Das ist großartig für alle Franzosen!" Der Coach muss im Viertelfinale gegen England oder Island am Sonntag in St. Denis allerdings auf die gelbgesperrten Adil Rami und N'Golo Kante verzichten.

Im Stade de Lyon war schon vor dem Anpfiff alles für eine Siegerparty bereitet. Auf der Ehrentribüne saß Hollande, dem Anlass angemessen mit blau-weiß-rotem Schal. Doch was er und 56.278 weitere Zuschauer zunächst zu sehen bekamen, war alles andere als das Erwartete. Es waren erst 59 Sekunden gespielt, da bekam Irland bereits einen Vorgeschmack auf Rache für die "Hand of Frog".

Denn darum ging es ja auch: Um eine Revanche für die verpasste WM-Qualifikation 2010, die Thierry Henry den Iren mit einem Handspiel vermasselt hatte. Als Topstar Pogba Stürmer Shane Long von den Beinen holte, entschied Schiedsrichter Nicola Rizzoli (Italien) auf Strafstoß. Brady ließ Hugo Lloris mit seinem Schuss an den rechten Innenpfosten keine Chance. "Wir sind enttäuscht. Das Tor hätte reichen können", sagte Kapitän Seamus Coleman.

Frankreich darf dank Hand-Tor zur WM FOTO: Screenshot ARD

Frankreichs Sturmlauf nach 15 Minuten vorerst gestoppt

Die Franzosen setzten nach dem Rückstand zu einem Sturmlauf an, doch nach guten 15 Minuten verpuffte der Elan. Vor allem Pogba, der Mann, der bei der EM zur "Legende" werden wollte, war in Hälfte eins kaum zu sehen. Dabei hatte auch er sich etwas Besonderes einfallen lassen: ein goldener Haarkranz zierte sein Haupt.

Frankreich hatte Glück, dass Duffy nach gewonnenem Luftduell mit Pogba nicht auf 0:2 erhöhte. Und das, obwohl die Gäste mit fünf (!) Spielern aus der zweiten englischen Liga antraten - gegen Stars wie Pogba, Griezmann oder Dimitri Payet. Diese versuchten es bald mit der Brechstange, die Iren warfen sich aufopferungsvoll in die Schüsse.

Fotos: Griezmann köpft die Franzosen zurück ins Turnier FOTO: afp

Deschamps brachte zu Beginn des zweiten Durchgangs den schnellen Außen Kingsley Coman (Bayern München), der kurz vor Spielende verletzt raus musste. Der Ausgleich kam dann tatsächlich durch eine Hereingabe zustande, allerdings von Bacary Sagna. Der nur 1,75 m große Griezmann ließ die kopfballstarke irische Abwehr alt aussehen. Bei seinem dritten EM-Tor per Flachschuss hatte Torwart Darren Randolph keine Chance - es war die Erlösung für eine ganze Fußball-Nation.

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EM 2016: Antoine Griezmann schießt Frankreich ins Viertelfinale


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