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EM im Live-Ticker
Bei Wales werden gegen England Helden gesucht

Vardy kommt rein und trifft zum Ausgleich
Vardy kommt rein und trifft zum Ausgleich FOTO: afp
Lens. Ein Tor? Drei Punkte? Der Gruppensieg? In derart banalen Dimensionen denken die Waliser vor der "Battle of Britain" gegen England nicht. Es geht um Ruhm, um Ehre, um einen Platz in den Geschichtsbüchern.

"Sollte Wales gewinnen", sagt die nationale Fußball-Ikone Ian Rush lächelnd, "dann wird der Schütze des Siegtores für den Rest seines Lebens ein Held sein."

Nur 14 Siege feierte Wales in 104 Duellen mit dem großen Nachbarn, der letzte liegt 32 Jahre zurück. Rush stand damals in der Startelf. Am Donnerstag (15 Uhr/Live-Ticker) soll die Zeit bei der EM nun wieder reif sein, der 16. Juni 2016 in Lens: A day to remember? "Wir können vielleicht nicht das Turnier gewinnen", sagte Rush dem SID: "Aber wir können jeden schlagen."

Das Rezept der Waliser ist relativ simpel - eine starke Defensive, Real Madrids Superstar Gareth Bale in der Spitze und jede Menge Herzblut. Nur vier Tore kassierte das Team in zehn Quali-Spielen, Bale war an neun der elf erzielten Tore beteiligt. "Er ist der teuerste Spieler der Welt, er kann Spiele fast alleine gewinnen", sagt Rush, "aber wichtig ist: Er arbeitet auch sehr hart für die Mannschaft."

Wales setzt auf Teamgeist und im Nationalstolz

Im Teamgeist und im Nationalstolz sehen die "Drachen" ohnehin ihren großen Trumpf, der kleine Nachbar rückt zusammen: Ein unbeugsames keltisches "Dorf" leistet Widerstand. "Ich denke, dass wir viel mehr Leidenschaft und Stolz haben als die Engländer", sagt Bale: "Das werden wir definitiv zeigen."

Der 26-Jährige ist schon jetzt einer der größten Fußballer, die Wales je hervorgebracht hat, dabei ist die Konkurrenz beachtlich. Ryan Giggs hat die Nationalmannschaft über Jahre geprägt, der heute 54-jährige Rush bestritt zwischen 1980 und 1996 73 Länderspiele. Er ist mit 28 Toren Rekordschütze der Dragons, er war einer der besten Stürmer Europas.

Zu einem großen Turnier hat er Wales aber nie geführt. "Das war der einzige Haken in meiner Karriere", sagt Rush, "aber deshalb freue ich mich umso mehr, die Dragons jetzt hier zu sehen. Und ich bin natürlich Fan dieser Mannschaft."

Überhaupt freue sich das ganze Land mit seinen drei Millionen Einwohnern über dieses Turnier. "Wir haben lange gewartet darauf, waren so oft so nahe dran, nun haben wir es endlich geschafft", sagt Rush, "damit erreicht Wales ein neues Level." Die Hoffnung auf eine neue Ära des walisischen Fußballs ist groß.

All das liegt allerdings in der Zukunft. Am Donnerstag schaut ganz Wales nach Lens, für 90 Minuten zählt nur dieses Derby. "Es wird ein britisches Spiel", sagt Rush: "Kein europäisches."

(areh/sid)
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