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Neuer Trainer für die "Three Lions"
England sucht "Kenner des englischen Spiels"

Kandidaten für Hodgson-Nachfolge bei England
Kandidaten für Hodgson-Nachfolge bei England FOTO: ap, MC
London. Jürgen Klinsmann vielleicht? Oder Arsene Wenger? Gesucht wird jedenfalls ein "Kenner des englischen Spiels", wünschenswert wäre "Erfahrung auf hohem Level", zur Not würde der englische Fußball-Verband FA, übrigens geleitet von einem ehemaligen Manager eines Nahrungsmittelkonzerns, sogar ein Jahr warten, um den besten Mann oder, man höre und staune, die beste Frau für den Job zu finden.

Die FA sucht nach dem englischen EM-Desaster einen Nachfolger für Teammanager Roy Hodgson - und löst Fassungslosigkeit aus. "Wir wissen nicht, was wir tun", titelte der Daily Mirror groß und gleich auf Seite eins. Die FA, ihr Präsident ist übrigens Prinz William, gebe eine Bild des Jammers ab, schrieb die Sun, die Suche nach einem Nachfolger für Hodgson sei "FArcical" – eine Farce also. Das "FA" war dabei rot unterlegt.

Die Stimmung auf der Insel ist nach dem EURO-Desaster, nach dem sportlichen Brexit explosiv. Vor allem FA-Geschäftsführer Martin Glenn geriet ins Kreuzfeuer der Kritik, nachdem er vor dem Abflug aus Frankreich zweimal betont hatte, vom Fußball eigentlich keine Ahnung zu haben. Dieser Martin Glenn soll und muss nun zusammen mit dem Technischen Direktor Dan Ashworth und FA-Vize David Gill, jahrelang Boss von Manchester United, die Weichen für die Zukunft stellen.

Southgate als Interimstrainer?

Als Interimslösung ist U21-Nationalcoach Gareth Southgate im Gespräch. Er soll zumindest beim Auftakt der WM-Qualifikation am 4. September in der Slowakei auf der Bank sitzen. Gehandelt als Retter des englischen Fußballs werden aber vor allem Arsenals Teammanager Arsene Wenger und Meistercoach Claudio Ranieri von Leicester City. Auch Slaven Bilic (West Ham) oder Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann wurden ins Spiel gebracht.

Klinsmann, in den Neunzigern für Tottenham Hotspur auf Torejagd und sogar zu Englands Fußballer des Jahres gekürt, habe mit Deutschland "ein WM-Halbfinale erreicht, das Halbfinale der Copa America mit den USA, und er kennt das Spiel in England", sagte Ex-Nationalspieler Jamie Carragher der Daily Mail. Klinsmann (51) trainiert derzeit die USA und hat beim US-Verband noch einen Vertrag bis 2018. Wenger und Ranieri sind noch bis 2017 gebunden.

Wenn es "der absolut passende Kandidat ist", könne man auch warten und wäre "mit einer Interimslösung gut aufgestellt", sagte Glenn. Man sollte bei der Suche nach "dem besten Mann oder der besten Frau" auf jeden Fall "nichts überstürzen" und nichts ausschließen", fügte der frühere Manager zweier Nahrungsmittel-Unternehmen an. Kenntnisse des "englischen Spiels und Erfahrung auf hohem Level" seien wünschenswert. Southgate würde da "sicher passen".

Wer auch immer den Job übernimmt, tritt ein schweres Amt an. "Die englische Liga ist nur Durchschnitt im Vergleich zu Spanien oder Deutschland. Die Spieler sollten jeden Tag eine Kerze anzünden, wenn sie ins Bett gehen, dass sie so viel Geld verdienen", sagte der der ehemalige Didi Hamann als EM-Experte des irischen Senders RTÉ2. Die Premier League versuche seit 15 Jahren "einen Skoda als Lamborghini" zu verkaufen, sie sei ein "Schwindel", die Spieler "einfach nicht besser".

In der Qualifikation zur WM in Russland trifft England auf die Slowakei, Malta, Slowenien, Schottland und Litauen.

(sid)
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