| 19.40 Uhr

EM-Gruppe B
England und Wales sind sich ihrer Sache sicher

Fotos: Ramsey bringt Wales mit einem feinen Heber in Führung
Fotos: Ramsey bringt Wales mit einem feinen Heber in Führung FOTO: afp
Saint-Etienne/Toulouse. Hochspannung in Gruppe B: Am letzten Spieltag haben alle vier Teams noch Chancen auf das Achtelfinale. England diskutiert schon über mögliche Achtelfinal-Gegner, und auch Wales ist sich seiner Sache ziemlich sicher. 

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Die Briten riskieren vor dem Showdown in Gruppe B eine mächtig kesse Lippe. Ein mögliches Scheitern? Unvorstellbar. Dabei ist vor den Duellen gegen die Slowakei und Russland noch alles möglich.

In England werden die schlechten Erinnerungen einfach beiseite geschoben: Die verschobene Hochzeitsreise von Jamie Vardy - ein Thema für die Sun. Das Stürmer-Roulette - darum kümmert sich die Times. Die schlechten Erinnerungen an den Spielort - eine nette Story für die Edelfedern. Das immer noch mögliche Vorrunden-Aus: kein Sterbenswort! Vor ihrem letzten EM-Gruppenspiel am Montag in St. Etienne gegen die Slowakei (21 Uhr/Live-Ticker) ist alles anders bei den Engländern: Keine Spur von den sonst üblichen Versagensängsten - not at all.

Angesichts dieser voreiligen Gedankenspiele bei den Medien sah sich Gentleman Roy Hodgson dazu gezwungen, die mitgereisten Journalisten ein wenig einzubremsen. "Wir denken nicht an so etwas. Immer wenn man vorausdenkt und einem möglichen Gegner aus dem Weg gehen möchte, trifft man plötzlich auf eine noch stärkere Mannschaft", sagte der 68-Jährige Teammanager: "Unsere Scouts beobachten alle möglichen Gegner. Und das reicht."

Auch Gareth Bale hat keine Lust auf lästige Rechnereien, der Star der Waliser ist von einem Sieg gegen Russland am Montag in Toulouse (21.00 Uhr/Sat.1) überzeugt. "Wir werden für uns und unsere Fans kämpfen bis zum Umfallen, und dann werden wir es definitiv schaffen." Gewinnen die Briten, so Bales einfache Rechnung, geht das Märchen der Drachen in der K.o.-Phase weiter - und das russische EM-Desaster wäre perfekt.

Schon jetzt, das betont Bale, sei er "sehr stolz auf jeden von uns". Die Achtelfinal-Teilnahme gleich bei der EM-Premiere wäre für den 100-Millionen-Mann von Real Madrid und seine No-Name-Kollegen schon eine Krönung. "Wir sind bereit", sagt Bale, der die Last-Minute-Niederlage gegen England in der "Battle of Britain" (1:2) unbedingt vergessen machen will.

Bei den Russen steht dagegen nicht weniger als die Zukunft auf dem Spiel. Zwei Jahre vor der WM im eigenen Land wäre ein Vorrunden-Aus in der Heimat kaum zu vermitteln, der russische Fußballverband RFS stünde nach den schlimmen Ausschreitungen seiner Fans vor einem Scherbenhaufen. "Ein Sieg ist Pflicht", meinte Angreifer Fedor Smolow. Aber was soll er auch anderes sagen.

Der frische Wind, den Nationaltrainer Leonid Sluzki ins Team brachte, ist längst abgeflaut. Die Hoffnung auf ein ähnlich erfolgreiches Turnier wie vor acht Jahren in Österreich und der Schweiz, als die Sbornaja das Halbfinale erreichte, sind schon jetzt dahin - zu schwach waren die Vorstellungen gegen England (1:1) und die Slowakei (1:2).

Doch auch den Engländern droht trotz einer komfortablen Ausgangsposition und Stars wie Wayne Rooney und Jamie Vardy noch immer der verfrühte Zwangsurlaub. Ihre Rolle als Drama-Könige spielten sie schon bei ihrem bisher letzten großen Auftritt in St. Etienne perfekt: WM 1998, Achtelfinale, Fabeltor des damals 18 Jahre alten Michael Owen, Rote Karte für David Beckham nach einer Tätlichkeit gegen Diego Simeone, 2:2 nach Verlängerung, David Batty scheitert im Elfmeterschießen. England war raus.

(sid)
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