| 18.31 Uhr

Arbeitsnachweis von EM-Schiedsrichter
Brych übersieht klares Handspiel von Wales

Viel Arbeit für Brych bei erstem Einsatz in Frankreich
Viel Arbeit für Brych bei erstem Einsatz in Frankreich FOTO: dpa, sam
Lens. Schiedsrichter Felix Brych (München) und sein Team waren im brisanten Bruderduell zwischen England und Wales (2:1) am Donnerstag in Lens zum ersten Mal im EM-Einsatz. Dabei gab es einige umstrittene Szenen. Ein chronologischer Arbeitsnachweis des 40 Jahre alten Juristen.

1. Minute: Brych pfeift an. In seinem rosa Trikot und den gleichfarbigen Stutzen fällt er zunächst optisch auf.

4.: Brych muss zum ersten Mal bei einer Rangelei zwischen Dele Alli (England) und Aaron Ramsey (Wales) an der Seitenlinie eingreifen. Mit deutlichen Worten löst er das kleine "Rudel" einer handvoll Spieler schnell auf.

28.: Brych fällt auf eine Schwalbe des Engländers Danny Rose herein. Aus dem Freistoß wäre fast der Führungstreffer durch Gary Cahill entstanden.

32.: Umstrittene Szene. Ben Davies (Wales) springt der Ball nach einem Kopfballduell mit Harry Kane (England) an der Torraumgrenze an die Hand. Brych lässt weiterlaufen. Kritik aus den englischen Reihen dürfte ihm aber dennoch sicher sein, denn das war ein klares Handspiel und hätte Elfmeter geben müssen.

42.: Tor für Wales durch Gareth Bale per Freistoß. Der Freistoßpfiff von Brych war korrekt. Der englische Kapitän Wayne Rooney hatte Hal Robson-Kanu gefoult.

46.: Brych pfeift die zweite Hälfte an. Im ersten Durchgang ist er ohne Gelbe Karte ausgekommen.

56.: Ausgleich für England durch den eingewechselten Jamie Vardy. Und wieder stehen Brych und seine Assistenten im Mittelpunkt. Vardy stand bei seinem Tor eigentlich klar im Abseits, doch der Ball kam per Kopf vom Waliser Ashley Williams zu Vardy. Richtig entschieden von Brych, auch wenn sich Bale beschwert.

60.: Ein Schuss von Adam Lallana (England) wird vom heranstürzenden Davies (Wales) mit der Hand kurz vor der Strafraumgrenze geblockt. Brych gibt Ecke, fragwürdige Entscheidung.

73.: Der eingwechselte Waliser Jonathan Williams hätte für seine Schwalbe im Strafraum eigentlich die Gelbe Karte verdient gehabt. Immerhin fiel Brych nicht darauf rein.

90.+2: Daniel Sturridge trifft für England. Brych ließ zuvor die unübersichtliche Szene im Strafraum zurecht laufen.

90.+4.: Brych pfeift ab. Im zweiten Durchgang verteilte er eine Gelbe Karte an Davies (Wales).

Nach Einschätzung des DFL-Schiedsrichtermanagers Hellmut Krug machte Brych bei seinem ersten Auftritt alles richtig. Sowohl beim 1:1 durch Jamie Vardy (56.) aus abseitsverdächtiger Position als auch bei einem vermeintlichen Handspiel des Walisers Ben Davies (32.), habe Brych "alles korrekt gesehen", sagte Krug, Mitglied der DFB-Schiedsrichterkommission, dem Sport-Informations-Dienst.

Vor dem Ausgleich sei der Ball "vom Abwehrspieler bewusst geköpft" worden, sagte Krug, demnach sei das Tor "absolut korrekt". Der Waliser Davies habe "kein ahndungswürdiges Handspiel begangen. Der Verteidiger wusste in dieser engen Situation offensichtlich nicht einmal, wo der Ball genau war. Von einem absichtlichen Handspiel kann demzufolge gar keine Rede sein, somit hat Felix Brych auch in diesem Fall alles richtig gemacht", betonte Krug.

(sid)
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