| 16.16 Uhr

Vorne hui, hinten pfui
Frankreich offenbart große Schwächen in der Defensive

Fotos: Coman überzeugt gegen Kamerun
Fotos: Coman überzeugt gegen Kamerun FOTO: afp, lv
Nantes. EM-Gastgeber Frankreich hat im Test gegen Kamerun Schwächen offenbart, besonders die Defensive bereitet Trainer Didier Deschamps vor dem Turnierauftakt Sorgen.

Vorne hui, hinten pfui: Frankreich ist wenige Tage vor Beginn der Heim-EM nicht ganz dicht. Die Équipe Tricolore offenbarte auch im vorletzten Test gegen Kamerun massive Probleme in der Defensive und versetzt die Fans der Blauen in Sorge. "Es gibt Dinge, die wir verbessern können", sagte Nationaltrainer Didier Deschamps nach dem mühsamen 3:2 (2:1) gegen Kamerun.

Prominente Ausfälle

Das Problem ist längst bekannt, nach den prominenten Ausfällen wie Raphaël Varane (Real Madrid) oder Jérémy Mathieu (FC Barcelona) titelten die Zeitungen in Frankreich schon: "La France sans Défense" (Frankreich ohne Abwehr). Und bisher findet Deschamps noch keine Lösungen, um die Lücken in der Verteidigung zu schließen. Gegen Kamerun harmonierten Laurent Koscielny und Adil Rami in der Innenverteidigung überhaupt nicht, das wurde nicht nur bei den Gegentreffern von Vincent Aboubakar (23.) und Eric Maxim Choupo-Moting (88.) von Schalke 04 deutlich.

"Ich habe keine Perfektion erwartet, aber der Geist ist da", sagte Deschamps und versuchte, Zuversicht zu verbreiten. Doch die Grande Nation erwartet schon im letzten Test gegen Schottland am kommenden Samstag (4. Juni) Antworten, ehe es sechs Tage später im Eröffnungsspiel der EURO gegen Rumänien auf dem Weg zum ersehnten Heim-Titel ernst wird. "Umso mehr zählt jetzt das Kollektiv", sagte Deschamps, der Frankreich nach 1984 und 2000 zum dritten EM-Titel führen soll.

Die Gegentreffer Nummer 20 und 21 im 19. Spiel seit der WM in Brasilien löst in der Mannschaft offiziell aber noch keine Panik aus. "Wir haben noch Zeit", sagte Torwart Hugo Lloris. Im Team herrsche "Vertrauen und Gelassenheit", meinte der Kapitän des Gastgebers. Aber: "Wir dürfen diese Fehler nicht wiederholen." Und Blaise Matuidi meinte: "Wir müssen zusammenarbeiten, um besser zu verteidigen. Ich hoffe, dass wir diese Fehler bald abstellen."

Offensive sprüht vor Esprit

Immerhin - dass zeigte die Partie gegen Kamerun auch - auf die Offensive ist Verlass. Mit Kingsley Coman von Bayern München, der von Beginn an spielte, sprühte die Offensive vor Esprit. Und dabei war Top-Star Antoine Griezmann (Atlético Madrid) nach dem verlorenen Champions-League-Finale noch gar nicht mit dabei.

Coman machte mit seiner Vorarbeit zum 1:0 durch Matuidi (21.) derweil Werbung in eigener Sache, auch Olivier Giroud bewies aufsteigende Form und traf per Direktabnahme (41.), ehe Dimitri Payet Frankreich mit einem Freistoß in den Winkel (90.+1) zum Sieg schoss. Und so zog Coman am Ende doch noch ein positives Fazit. Die Lücken in der Defensive hätten "nicht gestört, weil wir gewonnen haben", sagte der Tempodribbler. Doch für den Traum vom Titel muss Frankreich hinten dicht werden.

(sid)
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