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Ex-Trainer von Borussia Mönchengladbach
Favre übt harsche Kritik an EM-Niveau

Bilder: Favre besucht DFB-Team und fachsimpelt mit Löw
Bilder: Favre besucht DFB-Team und fachsimpelt mit Löw FOTO: afp
Berlin. Der ehemalige Bundesliga-Trainer Lucien Favre hat das Niveau der Fußball-EM und die Aufstockung auf 24 Teams heftig kritisiert.

"Vor allem die Gruppenphase war unfassbar langweilig, ein Horror", sagte der Schweizer dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die "Flut an Spielen" habe in der Vorrunde kaum Begeisterung und Spannung erzeugt.

Als Ursache der schlechten Qualität hat Favre vor allem die Aufblähung des Turniers ausgemacht, das bis 2012 noch mit 16 Teams gespielt wurde: "Wenn die Uefa eine EM mit 24 Mannschaften spielen lässt, hat das bestimmt wirtschaftliche Vorteile. Aber dem Spiel schadet es". Die Spieler seien nach einer langen Saison am Limit, vor allem mental.

Eine Rückkehr der Uefa zum alten Modus erwartet Favre nicht. "Das wird sie nicht tun. Es geht ja seit Jahren nicht mehr um das Spiel, sondern nur noch um Business, Business, Business", sagte der 58-Jährige, der Borussia Mönchengladbach 2015 in die Champions League geführt hatte. Kommende Saison trainiert Favre den französischen Erstligisten OGC Nizza. Das Uefa -Exekutivkomitee hatte zuletzt den "Wettbewerb innerhalb des neuen Formats" ausdrücklich gelobt.

Favre sieht die Entwicklung dagegen kritisch. "Ich lese, dass die Weltmeisterschaft auf 40 Teams aufgestockt werden soll. Sind die denn alle verrückt?", sagte er. Lange könne das nicht mehr gut gehen: "Ich prognostiziere Ihnen: Es wird irgendwann zu einem großen Kampf zwischen den Vereinen und den Verbänden kommen."

(jaso/sid)
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