| 16.50 Uhr

EM-Achtelfinale gegen Wales
Nordirlands Stürmer sind noch nicht "on fire"

Wales - Nordirland: die Fakten
Wales - Nordirland: die Fakten
Paris. Will Grigg ist bei Nordirland "on fire", hat aber noch keine Minute gespielt. Gegen Wales soll wieder ein anderer Held glänzen.

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Will Grigg beginnt zu nerven. Nicht der Nordire selbst, der bei der EM ohnehin noch keine Minute gespielt hat - sondern sein Song, der, einmal gehört, nie wieder aus dem Kopf verschwindet. "Wir haben das Lied jetzt schon sehr oft gesungen...", sagte Steven Davis, Mittelfeldspieler der Green and White Army: Und jetzt, vor dem Achtelfinale am Samstag (18 Uhr/Live-Ticker) gegen Wales, "kommt es uns doch bald zu den Ohren raus".

Allerdings wird der (in-)offizielle EM-Schlager "Will Grigg's on fire", der in Frankreich seit zwei Wochen hoch und runter läuft, natürlich auch im kleinen "Battle of Britain" den Pariser Prinzenpark erschüttern. Zu Tausenden grölen die Nordiren die Neuauflage des 1990er-Jahre-Hits "Freed from desire", der ein leider sehr, sehr eingängiger Ohrwurm ist.

Im Internet kursieren mittlerweile unzählige Zusammenschnitte von Fanfesten, aus den Stadien und sogar aus U-Bahnen - Will Grigg ist einfach überall on fire. "Gesungen" wird über den 24-Jährigen inzwischen von allen Fan-Gruppen, auch der deutschen.

Dabei spielt Grigg, der in dem Song jede Abwehr in "Angst und Schrecken" versetzt, in der Mannschaft von Nationaltrainer Michael O'Neill nur eine Nebenrolle. Zwar hat er in der vergangenen Saison Wigan Athletic als Torschützenkönig mit 25 Treffern (in 40 Spielen) in die zweite englische Liga geschossen. Doch wenn er - wie bisher acht Mal - das nordirische Trikot trug, verließen ihn in der Regel seine vielbesungenen Fähigkeiten.

Für den Aufschwung der kleinen Nation sind deshalb ganz andere verantwortlich. Etwa die "Krake" Michael McGovern (31) im Tor, die im letzten Gruppenspiel gegen den Weltmeister Deutschland (0:1) Mario Gomez, Thomas Müller und andere mit ihren Paraden zur Verzweiflung trieb. Nur aufgrund der besseren Tordifferenz zog "Norn Iron" überhaupt in die Runde der letzten 16 ein.

"Was wir erreicht haben, ist fantastisch", sagt O'Neill. Seine tapferen Nordiren hätten nun "a shot", eine ziemlich einmalige Gelegenheit also, sogar noch länger in Frankreich zu bleiben. Ein Sieg gegen Wales und Superstar Gareth Bale vorausgesetzt.

"Jetzt gibt es keine zweiten Chancen mehr. Die K.o.-Phase ist gut für die kleinen Nationen", sagte der Coach: "Wenn wir weiterkommen, wäre das etwas Bedeutsames." Nordirland im Viertelfinale? Zumindest nicht gänzlich unvorstellbar.

Im Spiel gegen Deutschland offenbarte das O'Neill-Team allerdings große Schwächen in der Offensive, die praktisch gar nicht stattfand. Daran hatte auch die Einwechslung von Kyle Lafferty nichts geändert, der, ähnlich wie Grigg, in der Heimat wie ein Volksheld besungen wird. "On fire" war in Frankreich aber noch keiner der beiden.

(sid)
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