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Türke richtet sich die Haare
Sahin nimmt Tufan in Schutz

Fotos: Gegentor wegen Frisurenchecks: Tufan wird zum Gespött
Fotos: Gegentor wegen Frisurenchecks: Tufan wird zum Gespött FOTO: Screenshot Twitter
Düsseldorf. Mag ja sein, dass ein Kurzhaarschnitt Ozan Tufan viel Ärger, Hohn und Spott erspart hätte. Sicher ist dies aber nicht. Auf jeden Fall wird dem 21 Jahre alten Mittelfeldmann, der bei Fenerbahce Istanbul unter Vertrag steht, sein 26. Länderspiel lange in Erinnerung bleiben. Von Eckhard Czekalla

Tufan hatte sich im EM-Auftaktspiel der Türkei gegen Kroatien nach einem gegnerischen Angriff im lockeren Trab mit dem Rücken zum eigenen Tor mehr oder weniger gedankenverloren einige Haarsträhnen aus dem Gesicht geschoben.

Unglücklich nur, dass der Ball bei Luka Modric landete. Der Profi von Real Madrid nahm das Angebot dankend an. Er setzte den Ball mal eben in perfekter Manier zum 1:0-Sieg der Kroaten ins Netz. Die Szene war im türkischen Fernsehen ein Dauerbrenner. In den sozialen Medien hagelte es beißende Kritik am so genannten "Frisurenchecker".

Nicht nur für Dortmunds Nuri Sahin, der beim Auftaktspiel nur auf der Bank saß, ist dies völlig überzogen. "Dass Ozan für die Niederlage verantwortlich gemacht wird, ist völliger Quatsch. Wir sollten die Sache nicht übertreiben und uns vielmehr auf das Spanien-Spiel konzentrieren", forderte der Bundesliga-Profi. Auch Aziz Yilderim zeigte sich verärgert. Tufans Klubpräsident sprach davon, dass man "ein junges Talent den Wölfen zum Fraß vorwerfe".

Die Enttäuschung war nach dem Kroatien-Spiel groß. Nicht nur das Ergebnis, auch die Leistung war schlecht. Deshalb stand nicht nur Tufan in der Kritik. "Unsere Stars waren unsichtbar", schrieb die Zeitung "Fanatik". Eine Feststellung, bei der sich auch Leverkusens Hakan Calhanoglu angesprochen fühlen durfte.

Trainer Fatih Terim nahm sein Team, das heute (21 Uhr) in Nizza gegen Titelverteidiger Spanien nicht verlieren darf, in Schutz. "Wir hatten unser Land sehr glücklich gemacht mit einer Serie von 15 Spielen ohne Niederlage", sagte der 62-Jährige. "Nach einer Niederlage, nach nur einer einzigen Niederlage, kommen die Leute aus den Löchern, um uns zu kritisieren. Das ist ein Problem für uns."

Ein Erfolg heute würde dieses Problem vorerst lösen.

Quelle: RP
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