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Er lässt Frankreich vom Titel träumen
Giroud vom Buhmann zum Hoffnungsträger

EM 2016: Olivier Giroud vom Buhmann zum Hoffnungsträger
Olivier Giroud FOTO: dpa, tothim ks
Olivier Giroud war vor der EM Frankreichs Buhmann, inzwischen gilt der Stürmer in Kombination mit Antoine Griezmann als Hoffnungsträger der Gastgeber.

Sein Rauschebart wächst und wächst, Olivier Giroud will schließlich vorbereitet sein. "Der bleibt bis zum EM-Ende stehen. Dann habe ich etwas, was ich rot, weiß und blau färben kann", sagt Frankreichs Stürmer über die inzwischen enorme Haarpracht in seinem Gesicht. Verläuft alles nach Plan, darf sein Barbier des Vertrauens erst nach dem Titelgewinn Hand anlegen.

Der entscheidende Mann bei der Titeljagd könnte Giroud höchstselbst werden. Seit der zweiten Halbzeit des Achtelfinals gegen Irland (2:1) ruhen die Hoffnungen der Grande Nation wieder auf dem großgewachsenen Stürmer des FC Arsenal. Gemeinsam mit Antoine Griezmann wirbelte er im neuen 4-4-2-System, am Sonntag im Viertelfinale gegen Island (21.00 Uhr) dürfte Nationaltrainer Didier Deschamps wohl von Beginn an umstellen.

Mit der "G+G"-Doppelspitze war Frankreich in 45 Minuten tatsächlich gefährlicher als in den 315 Turnier-Minuten zuvor. Der Siegtreffer war der beste Beweis, als Giroud nach einem langen Ball per Kopf auf seinen Nebenmann ablegte. "Wir haben in der Pause umgestellt, hatten sofort mehr Torchancen und waren effizienter", sagt Giroud, der auch beim Ausgleich drei Verteidiger auf sich zog und den Weg für Griezmann frei machte.

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Dabei war jener Giroud noch vor wenigen Wochen der Buhmann der Nation. Sein Schicksal glich dem von Mario Gomez, der in Deutschland nach mehreren verpassten Großchancen ebenfalls plötzlich als Feindbild auserkoren wurde. Bei Frankreichs 3:2 gegen Kamerun in Nantes wurde Giroud kurz vor der EM von den eigenen Fans sogar ausgepfiffen. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das nicht getroffen hat", äußerte er später.

Vor allem im Internet ergoss sich ein Shitstorm über Giroud, viele Anhänger forderten den nach einem Erpressungsskandal verbannten Karim Benzema (Real Madrid). Auf die Frage der L'Equipe, ob er für Benzemas Abwesenheit bezahle, sagte Giroud: "Ich denke schon, da muss man sich nichts vormachen", und fügte trotzig an: "Ich weiß nicht, warum man mich auspfeift. Ich treffe trotzdem."

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Giroud behielt mit seiner Ankündigung recht, war bei der folgenden EM-Generalprobe gegen Schottland (3:0) doppelt erfolgreich und erzielte gegen Rumänien auch das erste Tor des Turniers. "Giroud versöhnt sich mit dem Publikum", schrieb die Zeitung Le Figaro. Von Benzema spricht inzwischen kaum noch jemand.

Im Viertelfinale soll Giroud nun auch die isländische Abwehr knacken - gemeinsam mit Griezmann. "Olivier macht viel Arbeit, die unbemerkt bleibt", sagt "Grizzi" und macht kein Geheimnis daraus, an die starke zweite Halbzeit gegen Irland anknüpfen zu wollen. Schließlich soll der Bart von Olivier Giroud noch ein paar Tage lang sprießen dürfen.

(sid)
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