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Hodgson verabschiedet sich mit bizarrem Auftritt
"Ich weiß immer noch nicht, was ich hier genau soll"

EM 2016: Roy Hodgson verabschiedet sich mit bizarrem Auftritt
Roy Hodgson hat sich gefragt, was er bei der Pressekonferenz sollte. FOTO: afp, pe
Der scheidende England-Trainer Roy Hodgson hat sich nach dem peinlichen EM-Aus mit einem bizarrem Auftritt verabschiedet. "Ich weiß immer noch nicht, was ich hier genau soll", sagte der sichtlich genervte 68-Jährige am Dienstag kurz vor der Abreise aus dem EM-Quartier der Three Lions.

Er habe eigentlich über sein Rücktritts-Statement vom Vorabend nach der 1:2-Niederlage im Achtelfinale gegen Island hinaus nichts zu sagen. "Ich bin nur hier, weil mir gesagt wurde, dass es für viele Leute wichtig ist. Ich nehme an, jemand muss hier sitzen und die Prügel kassieren."

Hodgson glaubt trotz des blamablen Aus weiter an eine erfolgreiche Zukunft der "Three Lions". "Ich denke, dass diese Spieler mit wachsender Erfahrung mehr Erfolg haben werden, als sie es in diesem Turnier hatten", sagte der 68-Jährige und ergänzte: "Ich bin sehr enttäuscht, ich habe die Niederlage nicht kommen sehen. Es hat sich nicht abgezeichnet, dass wir so schlecht spielen."

Direkt im Anschluss an das Spiel in Nizza hatte Hodgson sein Amt zur Verfügung gestellt. Am Montagabend weigerte er sich allerdings, Fragen zum EM-Aus und zu seinem Rücktritt zu beantworten, er verlas nur eine vorbereitete Erklärung.

Martin Glenn, Geschäftsführer des englischen Fußballverbands FA, erklärte, dass der Verband bei der Nachfolgersuche nichts überstürzen werde. "Wir brauchen einen neuen Manager, aber wir müssen nicht das Kind mit dem Bade ausschütten", sagte er: "Es ist sehr wichtig, dass wir das richtig machen."

Als Favorit auf Hodgsons Nachfolger gilt derzeit Gareth Southgate. Der ehemalige Nationalspieler, Fehlschütze im Elfmeterschießen im EM-Halbfinale 1996 gegen Deutschland, ist derzeit Trainer der englischen U21.

Gleichzeitig verwies Glenn auf die desaströse Bilanz Englands in K.o.-Spielen bei großen Turnieren. "Wenn die wirklich wichtigen Spiele anstehen, liefern wir nicht. Das ist seit Jahren ein Problem", sagte er: "Wir müssen herausfinden, warum wir alle zwei Jahre scheitern." Zuletzt gewann England bei der WM 2006 im Achtelfinale ein K.o.-Spiel bei einer EM oder WM.

(sid)
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