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Schweden gegen Belgien
"Schenk' uns ein Wunder, Zlatan!"

Schweden - Belgien: die Fakten
Schweden - Belgien: die Fakten
Nizza. Für Zlatan Ibrahimovic könnte das dritte EM-Vorrundenspiel gegen Belgien der letzte Auftritt im schwedischen Nationaltrikot sein. Dem Superstar droht das Aus und ein unrühmlicher Abgang.

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Dieses Bild war ein Schock für viele Schweden. Zlatan Ibrahimovic sitzt, Augen und Mund weit aufgerissen, auf dem Stuhl des Promifriseurs Roby Myozaki. Sein charakteristischer Pferdeschwanz liegt zwischen den scharfen Seiten der Haarschere. Schnipp, schnapp - er wird doch wohl nicht? Myozakis Instagram-Post sorgte für große Aufregung in Schweden, Verbandspressesprecher Niklas Bodell sah sich zu einer öffentlichen "Entwarnung" gezwungen: "Es war nur ein Witz."

Ibrahimovic liebt zwar die Provokation, doch ein radikaler (Haar-)Schnitt vor dem enorm wichtigen letzten EM-Gruppenspiel der Schweden am Mittwoch (21 Uhr/Live-Ticker) gegen Belgien ist tabu. "Würde mir jemand den Zopf abschneiden", sagte er einmal dem Zeit-Magazin, "ginge meine Kraft verloren." Und die braucht er für sein vielleicht letztes Spiel im Nationaltrikot, für sein womöglich letztes Hurra. Denn sollte Schweden gegen Belgien nicht gewinnen und in der Vorrunde ausscheiden, und das vielleicht sogar torlos, droht dem Superstar ein Abgang mit Schimpf und Schande.

"Noch eine Chance von 15 Prozent - schenk' uns ein Wunder, Zlatan!", schrieb die schwedische Zeitung Svenska Dagbladet. Noch ist der Stürmer in seiner Heimat der Heilsbringer, doch die bislang enttäuschenden Auftritte und sein verweigerter Gang zu den Fans nach dem 0:1 gegen Italien lassen das Denkmal bröckeln. "Ibrakadabra" oder "Ibrahimonix" - der 34-Jährige steht gegen Belgien gehörig unter Druck.

"Große Spieler wachen im dritten Spiel auf"

Der Gegner stellt sich deshalb auf einen extrem motivierten Ibrahimovic ein. "Vielleicht war er in den ersten beiden Spielen nicht so gut", sagte Belgiens Nationaltrainer Marc Wilmots, "aber große Spieler wachen dann im dritten auf." Die Taktik des Ex-Schalkers ist klar: "Wir müssen die Pässe auf ihn verhindern. Wenn er den Ball hat, wird es gefährlich."

Seine Mitspieler wollen Ibrahimovic helfen, auch wenn sie damit bislang grandios gescheitert sind. "Es versteht sich von selbst, dass wir unseren großen Star besser bedienen müssen", sagt Mittelfeldspieler Sebastian Larsson. Als Unterstützung könnte Nationaltrainer Erik Hamren den früheren Hamburger Bundesligaprofi Marcus Berg an Ibrahimovics Seite stellen.

Am Ende wird aber wohl wieder alles vom großen Meister abhängen. Die Zeit dieser Abhängigkeit dürfte sehr bald vorbei sein. Noch hat sich Ibrahimovic nicht zu seiner Zukunft geäußert, doch in Schweden gehen alle davon aus, dass er nach der EURO seinen Rücktritt aus dem Drei-Kronen-Team erklären wird.

Das hat er in der Vergangenheit zwar schon öfter, doch diesmal wäre es wohl endgültig. Nicht, dass Ibrahimovic mit dann 36 Jahren zu alt für die WM 2018 in Russland wäre. Aber er will sich auf seinen neuen Klub konzentrieren. "Ich will die Champions League gewinnen", sagt Ibrahimovic. Nach seinem Vertragsende bei Paris St. Germain wird er mit Manchester United und auch mit Bayern München in Verbindung gebracht.

Sollte sein neuer Klub keine Einwände haben, könnte Schwedens Superstar für Olympia in Rio noch einmal das gelbe Trikot überziehen. Seine Zeit im A-Team dürfte aber in Frankreich enden. Vielleicht schon am Mittwoch gegen Belgien.

(sid)
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