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EM-Aus im Achtelfinale
Spaniens Team steht vor dem Umbruch

Pressestimmen: "Italien vernichtet Spanien"
Pressestimmen: "Italien vernichtet Spanien" FOTO: ap, AF FP
St.-Denis/Düsseldorf. Das nächste Duell ist schon terminiert. Am 6. Oktober startet Spanien in Italien in die Qualifikation für die Endrunde der Fußball-WM 2018 in Russland. Wie dann das spanische Team aussehen und wer die Auswahl vorbereiten wird, ist dagegen nach dem EM-K.o. völlig offen. Von Eckhard Czekalla

"Wir sind nicht mehr die Besten. Wir sind Geschichte", titelte die Sportzeitung "Marca" nach der 0:2-Niederlage im Achtelfinale von St. Denis gegen Italien.

Schon bei der WM 2014 in Brasilien war die "La Roja" (Die Rote) genannte Mannschaft nicht gut genug. Nach Niederlagen gegen die Niederlande (1:5) und Chile (0:2) konnte der 3:0-Sieg gegen Australien das Vorrunden-Aus nicht mehr verhindern. Der erste Rückschlag auch für Trainer Vicente del Bosque. Nach dem EM-Triumph 2008 hatte er sein Amt angetreten. Er holte 2010 den WM-Titel und ließ sich zwei Jahre später nach dem EM-Gewinn feiern.

Gegen Italien aber waren seine Spieler diesmal überfordert. Sie liefen vor allem in der ersten Halbzeit fast hilf- und ratlos auf dem Feld herum. "Die Mannschaft hatte nicht das Niveau von 2010 und 2012", übte Gerard Piqué Selbstkritik. Der Innenverteidiger hatte kurz vor Schluss die Chance zum 1:1, scheiterte aber an Gianluigi Buffon.

Real und Atlético Madrid im Finale der Champions League, FC Sevilla zum dritten Mal in Folge Gewinner der Europa League - im Klubfußball gibt Spanien den Ton an, auch dank seiner Legionäre. Doch "La Floja" (Die Schwache), wie die Zeitung "Mundo Deportivo" das Nationalteam bezeichnete, enttäuschte zum zweiten Mal in Folge bei einem Großturnier.

Ob der 2011 von König Juan Carlos als Marqués (Markgraf) geadelte del Bosque einen dritten Anlauf versuchen kann und wird, ist noch offen. Es werden schon munter Namen möglicher Nachfolger des 65-Jährigen gehandelt, dessen Vertrag am 31. Juli endet. "Ob ich weitermache oder nicht, muss ich mit unserem Verbands-Präsidenten besprechen", sagte del Bosque. Vom Ende einer Ära wollte er nicht sprechen. Doch zu einem Umbruch gibt es wohl keine Alternative.

Quelle: RP
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