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EM-Auftakt gegen Tschechien
Spanien trotzt dem Sexskandal und der Torwartdebatte

Spanien - Tschechien: die Fakten
Spanien - Tschechien: die Fakten
Toulouse. Der Skandal um Torhüter David De Gea soll Spanien nicht von seinem Weg abbringen. Der Titelverteidiger strebt in Frankreich nach dem EM-Hattrick.

Gruppe D: Spanien - Tschechien im Live-Ticker

Sexskandal? Kleingeredet. Torwartfrage? Aufgeschoben. Der Wirbel um den Titelverteidiger ist groß, doch Spanien blendet auf der Jagd nach dem Heiligen Fußball-Gral alles aus. "Wir sollten uns keine Grenzen setzen und sagen: 'Mit dem Halbfinale sind wir zufrieden.' Wir sollten das Maximum anpeilen", sagte Trainer Vicente del Bosque.

Auf dem Weg zum historischen Titel-Hattrick dürfe die Affäre um Keeper David De Gea keine "Entschuldigung" sein, ein Scheitern kommt für del Bosque nicht infrage. Die Iberer wollen nach 2008 und 2012 trotz der ganzen Unruhe im Endspurt der Vorbereitung unbedingt den dritten EM-Triumph in Serie feiern. Ziel, daran ließ der Erfolgstrainer vor dem Auftakt gegen Tschechien in Toulouse (Montag, 15.00 Uhr/Live-Ticker) keine Zweifel aufkommen, sei weiterhin die "volle Rendite".

Doch die Stimmung in der Heimat ist alles andere als gut. Erst ging die Generalprobe gegen die No-Names aus Georgien (1:2) verloren, dann brach die Affäre um eine angebliche Sex-Party, die De Gea organisiert haben soll, über "La Roja" herein. Seitdem wird in Spanien die T-Frage noch heißer diskutiert. Darf De Gea, neun Länderspiele, trotzdem auflaufe? Oder steht am Ende wieder das nationale Heiligtum Iker Casillas, der mit 167 Länderspielen Europarekordler ist, zwischen den Pfosten?

Del Bosque weiß: Die Gunst der Anhänger hat sich mittlerweile gedreht. Hatten sich fast drei Viertel aller Fans in einer Umfrage der Sporttageszeitung Marca noch Mitte der vergangenen Woche für eine Wachablösung im spanischen Tor ausgesprochen, votierte am Wochenende die Mehrzahl für den inzwischen 35 Jahre alten "San Iker".

Casillas gehört zur Goldenen Generation Spaniens, die 2008 die Vorherrschaft über den europäischen Fußball übernommen hat. Zusammen mit Sergio Ramos, Andrés Iniesta, Cesc Fàbregas und David Silva will er sich mit dem dritten EM-Titel in Serie endgültig unsterblich machen und so das Scheitern bei der WM in Brasilien vergessen lassen.

"Wir wollen die Ära für unser Land fortführen", sagte Ramos, der vor zwei Wochen mit Real Madrid die Champions League gewann. Im Kampf um Europas Fußball-Thron sieht er Frankreich, Weltmeister Deutschland und England als größte Konkurrenten.

Doch Del Bosque hat eine einzige Ansammlung von Hochbegabten im Kader, die Mannschaft ist die wertvollste aller 24 EM-Teilnehmer. Der Marktwert der Spanier beläuft sich auf insgesamt 592 Millionen Euro, Sergio Busquets und Koke (beide 60 Millionen) führen die interne Rangliste an. Zum Vergleich: Deutschlands Team soll insgesamt 580 Millionen wert sein - Rang zwei.

"Die Wahrheit ist, dass wir uns kein anderes Ziel setzen können als die erneute Titelverteidigung", sagt del Bosque.

(sid)
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