| 15.13 Uhr

Topklubs jagen Lukaku
In Belgien ungeliebt, in Europa begehrt

Lukaku bricht den Bann für Belgien
Lukaku bricht den Bann für Belgien FOTO: afp
Le Haillan. Als sich Marc Wilmots schon wieder mit Kritik an Romelu Lukaku beschäftigen musste, wurde das "Kampfschwein" widerborstig. "Glauben Sie mir. Die Verteidiger, die gegen ihn spielen, haben nichts zu lachen", sagte der Trainer der belgischen Fußballer leicht genervt.

Wilmots hat vor dem EM-Viertelfinale am Freitag (21 Uhr/Live-Ticker) in Lille gegen Wales keine Lust auf eine Diskussion über den bulligen Angreifer – von dem offenbar nur die belgischen Medien ("schwerfällig", "auf EM-Niveau untauglich") keine hohe Meinung haben. Von den Topklubs wird der 23-Jährige nämlich heiß begehrt.

Dass der 1,91 m große und 94 kg schwere Hüne auch in der kommenden Saison beim FC Everton in der englischen Premier League spielen wird, gilt mittlerweile als äußerst unwahrscheinlich. Sein Ex-Klub FC Chelsea, Paris St. Germain, Juventus Turin und der AC Mailand sollen hinter Lukaku her sein.

50 Millionen plus x

Wer auch immer den Mittelstürmer alter Prägung mit kongolesischer Abstammung verpflichten will, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Es sollten schon deutlich mehr als 50 Millionen Euro geboten werden, bevor Everton schwach wird.

Schließlich hat der Verein aus Liverpool vor zwei Jahren selbst die damalige Klubrekord-Ablöse in Höhe von 35 Millionen Euro an Chelsea überwiesen, um den zuvor bereits ausgeliehenen Lukaku fest zu verpflichten. Klugerweise haben die Toffees den gebürtigen Antwerpener mit einem langfristigen Vertrag bis 2019 ausgestattet. Das macht Lukaku, an dem auch der VfL Wolfsburg 2014 dran war, nochmal teurer.

Dabei wird der Angreifer, dessen zwei Jahre jüngerer Bruder Jordan ebenfalls dem belgischen EM-Kader angehört, sicher nicht wegen seiner beiden EURO-Treffer im Gruppenspiel gegen Irland (3:0) so heftig umworben. Es sind die 18 Tore in der vergangenen Spielzeit der Premier League für den Mittelklasse-Klub Everton (Tebellenelfter), die Lukaku so interessant machen.

Paris brennt auf Lukaku

Vor allem der französische Serienmeister aus Paris ist heiß auf Lukaku. Er soll dort Zlatan Ibrahimovic ersetzen, der wohl zu Manchester United wechselt. Am nötigen Kleingeld für den Transfer fehlt es den Scheichs in der Klubführung sicher nicht - und auch Lukaku selbst ist einem Engagement an der Seine nicht abgeneigt.

"PSG ist ein großer Verein mit einem tollen Projekt und einem Weltklasse-Kader", sagte der Stürmer: "Ich will zu einem Verein gehen, wo ich Titel gewinnen kann. Alles liegt in den Händen meines Beraters." Dieser Berater (Mino Raiola) arbeitet übrigens auch für Ibrahimovic – welch ein Zufall.

Kein Zufall ist dagegen, dass Lukaku trotz der Kritik aus der Heimat bei Wilmots gesetzt ist. Das stellte der Coach vor der Wales-Partie noch einmal klar: "Romelu bewegt sich viel. Gegen Ungarn im Achtelfinale hat er jedes Luftduell gewonnen. Er läuft die ganze Zeit und schafft Räume."

(sid)
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