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EM im Live-Ticker
Ukraine gegen Nordirland ist schon fast ein K.o.-Spiel

McAuley trifft, Nordirland steht Kopf
McAuley trifft, Nordirland steht Kopf FOTO: afp
Lyon. Ausscheiden können sie noch nicht, ein Sieg aber ist dennoch wichtig. Die Ukraine und Nordirland stehen erheblich unter Druck.

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Das Turnier ist für die Ukraine und Nordirland noch keine Woche alt, da geht es schon um alles oder nichts. "Das Spiel entscheidet über alles", sagt der ukrainische Volksheld und aktuelle Co-Trainer Andrej Schewtschenko: "Wenn wir keine drei Punkte holen, wird es schwer." Oder: fast unmöglich.

Nach ihren Auftaktniederlagen stehen beide Mannschaften mit dem Rücken zur Wand. Zwar dürften sie als Gruppendritter weiter auf das Achtelfinale hoffen, mit Punkten am letzten Spieltag sollten jedoch weder die Ukrainer gegen Polen und schon gar nicht der EM-Debütant Nordirland gegen Weltmeister Deutschland rechnen.

Das Duell am Donnerstag (18 Uhr/Live-Ticker) im Stade de Lyon ist für die Nordiren deshalb schon mehr als nur eine Gruppenspiel. "Das ist K.o.-Fußball in der Gruppenphase. Wir müssen gewinnen - und werden das auch tun", sagt Torhüter Michael McGovern selbstbewusst.

Eine "gung-ho performance", also allzu forsche Attacke, werde es jedoch nicht geben. "Wir dürfen nicht zu offen agieren. Die Ukrainer stehen sehr kompakt und lassen nicht viel zu. Ein Gegentor wäre fatal", sagt Kapitän Steven Davis.

Das Spiel ist nicht nur sportlich ein ganz besonderes für die Nordiren. Nur zu gerne würden sie den ersten Sieg ihrer EM-Geschichte dem tödlich verunglückten Darren Rodgers widmen: Der Fan war am Montag in Nizza von einem Geländer mehrere Meter in die Tiefe gestürzt.

Rodgers wurde nur 24 Jahre alt, ihm zu Ehren werden die nordirischen Fans in der 24. Minute applaudieren. "Wir geben immer 100 Prozent. Aber vielleicht kann uns der tragische Vorfall noch zusätzlich anspornen", sagt Rodgers.

Der Respekt vor den Briten ist bei den Ukrainern aber auch so schon groß genug. "Ihre Stärke ist der unermüdliche Kampfgeist", sagte Schewtschenko. Mit Angst werden die Osteuropäer das vorentscheidende Spiel aber nicht angehen. "Das haben wir nun vor niemandem mehr", sagte Sergej Sidortschuk.

Die Niederlage gegen Deutschland, so eigenartig es auch klingen mag, hat die Zuversicht der Ukrainer gestärkt. "Wir haben viel gelernt in diesem Spiel. Vor allem, was wir nicht mehr tun sollten", sagt Ruslan Rotan. Jewgeni Selesnew ergänzte, dass es "keinen Platz mehr für Fehler gibt. Wir wollen noch sechs Punkte, an nichts anderes denken wir."

Damit wäre der Einzug in das Achtelfinale garantiert und das Schicksal, trotz der aufgeblähten Endrunde schon nach der Vorrunde die Koffer packen zu müssen, an den EM-Neuling vergeben. Für den wäre das Scheitern indes keine Blamage. "Aber wenn wir schon vorzeitig gehen müssen", sagte Davis, "dann mit einem großen Kampf."

(sid)
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