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Polen, Portugal, Wales oder Belgien
Vier Außenseiter für ein Finale

Bale feiert Viertelfinal-Einzug mit Tochter Alba
Bale feiert Viertelfinal-Einzug mit Tochter Alba FOTO: afp
Düsseldorf. Polen, Portugal, Wales oder Belgien – eine dieser Mannschaften steht sicher im Finale der Europameisterschaft in Frankreich. Weder EM-Neuling Wales noch eines der anderen Teams konnte jemals einen internationalen Titel erringen. Von Sebastian Bergmann

Portugal hat Ronaldo. Wales hat Bale. Polen Lewandowski und Belgien neben Kevin De Bruyne sogar noch einige andere Spieler von Weltklasse-Format. Dass es eines dieser Teams aber tatsächlich bis ins Finale der EM in Frankreich schafft, hatten vor Turnierbeginn wohl dennoch nur die wenigsten erwartet. Aufgrund des deutlichen Übergewichts an renommierten Mannschaften auf der rechten Seite des EM-Tableaus steht vor der ersten Viertelfinal-Partie heute Abend zwischen Polen und Portugal (21 Uhr/ARD) aber bereits fest: Eine dieser bislang chronisch erfolglosen Nationen steht sicher im Finale.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich keine der traditionell starken Nationen den Titel schnappt. Portugal stand schon einmal kurz davor, sich Europas zu Krone aufzusetzen. 2004 war das. Damals mussten sich der zu diesem Zeitpunkt erst 19-jährige Cristiano Ronaldo und sein Team aber einer anderen Überraschungself geschlagen geben – und zwar Otto Rehhagels Griechen.

Im Endspiel in Lissabon erzielte Angelos Charisteas das Tor des Tages für Griechenland. Seitdem verbuchten die Portugiesen bei den darauffolgenden Europameisterschaften ein Viertelfinal-Aus gegen Deutschland und eine Halbfinal-Niederlage gegen Spanien. Gegen Polen wollen Ronaldo und Co. heute den nächsten Schritt in Richtung ersten Titelgewinn machen.

Nani feiert Viertelfinaleinzug mit Sohn Lucas FOTO: afp

Ihr Kontrahent aus dem Osten Europas – immerhin zweifacher WM-Dritter (1974 und 1982) – schaffte es bislang noch bei keiner EM, sonderlich lange im Turnier zu bleiben. Bis 2008 scheiterte Polen sogar konsequent schon in der Qualifikation für die Endrunde. Bei den Turnieren in Österreich und der Schweiz  (2008) sowie in Polen und der Ukraine (2012) kamen die Weiß-Roten jeweils nicht über die Vorrunde hinaus. Die Hoffnungen der Polen ruhen nach wie vor auf Bayern-Stürmer Robert Lewandowski. Der blieb in den ersten vier Partien allerdings blass, erzielte keinen Treffer. Das soll sich heute ändern.

Der Sieger dieser Begegnung trifft im Halbfinale entweder auf Wales oder Belgien. Die beiden Teams, die bereits in der Qualifikation aufeinander trafen, ermitteln am morgigen Freitag (21 Uhr/ZDF) ihren Sieger. Für Wales ist die EM Neuland.

Polen jubeln in der falschen Kurve FOTO: afp

Bislang konnte sich das Drei-Millionen-Einwohnerland aus Großbritannien erst einmal für ein großes Turnier qualifizieren – 1958 für die WM in Schweden. Zwar beträgt der Marktwert des Teams geschätzt rund 170 Millionen Euro und liegt damit an zwölfter Stelle aller EM-Teilnehmer. Doch allein die Starspieler Gareth Bale (80 Millionen/Real Madrid) und Aaron Ramsey (30 Millionen/Arsenal London) machen mehr als die Hälfte davon aus.

Bei den "Roten Teufeln" aus Belgien sieht die Verteilung des Marktwerts (468 Millionen Euro, Platz fünf) schon ein wenig anders aus. Die Mannschaft von Trainer Marc Wilmots ist mit Stars gespickt, die fast ausnahmslos bei Top-Vereinen in Europa unter Vertrag stehen.

Kapitän Eden Hazard (FC Chelsea) spielt ein bärenstarkes Turnier, auch Kevin De Bruyne (Manchester City) steigert sich von Spiel zu Spiel. In einem EM-Endspiel stand Belgien allerdings erst ein einziges Mal. 1980 scheiterte die Auswahlmannschaft in Italien an Deutschland. Ihr bislang größter Erfolg liegt hingegen fast 100 Jahre zurück. Bei den Olympischen Spielen 1920 holte Belgien in Antwerpen Gold.

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