| 21.00 Uhr

1:1 gegen Irland
Ibrahimovic und Eigentor retten schwache Schweden

Fotos: Ibrahimovic schimpft nach Unentschieden gegen Irland
Fotos: Ibrahimovic schimpft nach Unentschieden gegen Irland FOTO: afp
Saint-Denis. Als die Hoffnung Schwedens schwand, handelte der "Fußball-Gott". Der lange Zeit pomadige Superstar Zlatan Ibrahimovic hat die Tre Kronor mit einer kraftvollen Aktion doch noch vor einer EM-Auftaktpleite bewahrt.

Beim 1:1 (0:0) gegen Irland tankte sich der Alleinunterhalter im schwedischen Angriff auf der linken Seite durch und spielte scharf in die Mitte - er erzwang damit das Eigentor von Ciaran Clark (71.) zum Ausgleich. Der kleine Wes Hoolahan (48.) hatte die mutigen und spielstarken Iren in Führung gebracht.

"In der ersten Halbzeit war nicht alles gut, die zweite war viel besser", sagte ein erkennbar unzufriedener Ibrahimovic nach dem Spiel und ergänzte: "Das Wichtigste war, dass wir nicht verloren haben. Es sind noch zwei Spiele, da müssen wir punkten. Aber uns fehlt Qualität", sagte Ibrahimovic. Den Gang in die schwedische Kurve brach er auf halbem Wege ab, immerhin klatschte er roboterhaft ein paar Mal in die Hände.

Ibrahimovic stemmte sich nach einer bis dahin indisponierten Leistung reichlich spät gegen die Niederlage - aber dann war wieder Verlass auf den Torjäger, der Schweden mit drei Toren in den Play-offs gegen Dänemark überhaupt erst zur EM geschossen hatte. "Ich habe gekämpft und das getan, was ich kann mit den Bällen die ich bekam, aber ich kann mehr", sagte er.

Weiterkommen wird für beide schwer

Das drohende Aus in der sehr anspruchsvollen Gruppe E müssen die Schweden und Iren nun gegen Italien und Belgien zu verhindern versuchen. Bei den EM-Endrunden 2008 und 2012 waren die Skandinavier jeweils in der Vorrunde gescheitert - ebenso wie Irland bei seinen bisherigen Teilnahmen 1988 und 2012.

Vor ein paar Wochen hatte sich Ibrahimovic als selbsternannter "König von Paris", als "Legende" aus der französischen Hauptstadt verabschiedet, seine sportliche Rückkehr fand irgendwie passend auf der größten Bühne der EM statt. Die Iren hatten an das Stade de France dagegen keine guten Erinnerungen: 2010 schieden sie dort im Play-off-Rückspiel der WM-Qualifikation gegen die Franzosen aus - nach dem berüchtigten Handspiel von Thierry Henry.

Als wollten sie Majestätsbeleidigung betreiben, suchten die Iren schnurstracks den Weg zum schwedischen Tor, zumindest versuchten sie es. Ihre Mittel waren beschränkt, die Gelegenheiten spärlich, aber gut. Nach zehn Minuten hielt Jeff Hendrick vom englischen Zweitligisten Derby County drauf, Andreas Isaksson parierte. Nach 32 Minuten zog Hendrick ein zweites Mal ab, Isaksson konnte diesmal nicht parieren - der Ball aber klatschte an die Latte.

Ibrahimovic wirkt genervt

Seine Majestät Ibrahimovic wirkte in der Tat ein wenig genervt, weil das Spiel gar nicht so lief, wie er das wollte. Ein paar Mal musste er hinten aushelfen, ansonsten wirkte er angesichts des mäßigen Niveaus seiner Mitspieler oft unbeteiligt.

Erst, als Hoolahan, Mittelfeldspieler vom englischen Premier-League-Absteiger Norwich City, mit einem Dropkick die Führung für Irland erzielt hatte, drehte Ibrahimovic auf. Seine erste Chance eröffnete sich ihm in der 60. Minute, zehn Minuten zuvor hatte allerdings Emil Forsberg vom Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig eine hundertprozentige Gelegenheit vergeben.

Die Stimmung in St. Denis war wie erwartet glänzend - und mehr. Vor dem Spiel sangen Iren und Schweden gemeinsam den ABBA-Hit "Dancing Queen", ein Ire wollte es dann so richtig wissen: Er kletterte nur in Unterhose auf einen Polizeibus und wurde von der bierselig grölenden Menge sogar noch zu mehr angespornt.

(sid/areh)
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