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Italienisches Nationalteam
Chelsea lockt Conte – Donadoni soll Nachfolger werden

Conte als italienischer Nationaltrainer vorgestellt
Conte als italienischer Nationaltrainer vorgestellt FOTO: afp, APZ/le
Rom. Trainer Antonio Conte und der italienische Fußball-Verband gehen nach der EM in Frankreich getrennte Wege. Der 46-Jährige wird wohl nach England wechseln.

Italiens Nationaltrainer Antonio Conte ist offenbar reif für die Insel: Der 46-Jährige wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern und die "Squadra Azzurra" nach dem Ende der Europameisterschaft in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) verlassen. Sein Ziel dürfte der englische Meister FC Chelsea sein, wo er seit Längerem als Wunschkandidat gilt.

"Antonio Conte ist ein Mann der Tat. Ihm fehlt das tägliche Training, das ist für ihn das Wichtigste", sagte Verbands-Präsident Carlo Tavecchio am Dienstag, "wir werden alle Schritte im Interesse der Nationalmannschaft unternehmen." Ein Nachfolger steht aber noch nicht fest.

Als Favorit auf Contes Posten gilt der Trainer des FC Bologna, Roberto Donadoni, der bereits die Azzurri zwischen 2006 und 2008 gecoacht hatte. Als weitere Alternative gilt der ehemalige Teammanager der englischen Auswahl und einstige Coach der russischen Nationalmannschaft, Fabio Capello. Auch der erfolgreiche Leicester-Coach Cladio Ranieri wird als Anwärter auf den Nationaltrainerposten in Italien gehandelt.

Conte betreut den Vize-Europameister seit 2014. Auf dem Apennin wird damit gerechnet, dass Conte in den nächsten Tagen offiziell als Teammanager der Blues ab der neuen Saison vorgestellt wird. Der Champions-League-Sieger von 2012 wird seit der Entlassung von José Mourinho bis zum Saisonende vom Niederländer Guus Hiddink gecoacht.

Conte selbst macht kein Geheimnis aus seiner Absicht, künftig wieder einen Verein zu trainieren. "Ich spüre das Bedürfnis, wieder einen Klub zu coachen, um die Möglichkeit zu haben, täglich eine Mannschaft zu trainieren", schrieb Conte bei Facebook. Bis zum Ende der EM-Endrunde in Frankreich werde er sich jedoch ganz auf seine Tätigkeit Arbeit beim viermaligen Weltmeister konzentrieren. "Ich alle Opfern bringen, um das Potenzial der Mannschaft zu wecken. Wer mich kennt, weiß, dass mein Engagement für die EM total sein wird", betonte Conte.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass gegen Conte im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Ziviljustiz aufgrund möglicher Manipulationen im italienischen Fußball ein Schnellverfahren zugelassen wurde. Bis zum 10. Mai soll ein Urteil gefällt werden.

Contes Rechtsanwälte hatten erklärt, der Coach habe ein Schnellverfahren beantragt, weil er noch vor Beginn der Europameisterschaft seine Unschuld beweisen und das Verfahren beenden wolle. Conte wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Trainer beim AC Siena von 2010 bis 2011 Manipulationen nicht gemeldet zu haben.

Der aus dem süditalienischen Apulien stammende Conte war Trainer von Rekordmeister Juventus Turin bevor er zum italienischen Nationalcoach aufstieg. Der Fußballlehrer war im Übrigen nicht immer zufrieden mit der Unterstützung vonseiten der Liga und häufiger frustriert auf Konfrontationskurs zu den Klubs auf dem Apennin gegangen.

(sid)
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