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EM-Eröffnungsspiel
Franzosen wollen "wie Rennpferde aus der Box kommen"

Frankreich - Rumänien: die Fakten
Frankreich - Rumänien: die Fakten
Paris. Die Erwartungen in Frankreich sind riesig. Für Les Bleus zählt bei der Heim-EM nur der Titel. Rumänien soll beim Auftakt nicht zum Partyschreck werden.

Allez les Bleus, die Grande Nation erstrahlt in Blau-Weiß-Rot. Auf einer Woge der Begeisterung wollen die Franzosen ihre Equipe tricolore zum dritten Triumph im eigenen Land nach 1984 und 1998 tragen. Längst ist die EURO-Mission der französischen Fußball-Nationalmannschaft zu einer nationalen Angelegenheit von höchster Bedeutung geworden - trotz aller Brennpunkte im Land, trotz des Terrors vom November. Das Motto lautet: scheitern verboten!

Selbst Staatspräsident Francois Hollande fiebert dem Auftakt am Freitag (21.00 Uhr/Live-Ticker) im Stade de France gegen Außenseiter Rumänien entgegen. Der krasse Außenseiter soll die große Party nicht stören. "Ich vertraue der Mannschaft und Trainer Didier Deschamps. Sie sollen ihren besten Fußball spielen, aber auch daran denken, Frankreich zu repräsentieren", sagte Hollande und sprach damit den Fans aus der seit Jahren gepeinigten Seele.

Der Druck auf Deschamps und Mittelfeldspieler Paul Pogba, der zum Superstar des Turniers werden soll, ist fast übermenschlich. "Favoris" (Favoriten) titelte das Sportblatt L'Équipe am Tag vor dem mit Spannung erwarteten Anpfiff in großen Buchstaben. Auch Joachim Löw sieht Frankreich als ernstzunehmenden Rivalen des Weltmeisters: "Mit der Unterstützung des ganzen Landes gehören sie zu den Topfavoriten. Frankreich wird stark sein."

"Seit zwei Jahren denke ich an diesen 10. Juni"

Sein Kollege Deschamps trägt in den kommenden Wochen die Last der gesamten Nation auf den Schultern. Und er weiß um die Bedeutung seines Auftrags. "Seit zwei Jahren denke ich an diesen 10. Juni. Die Fans wollen uns siegen sehen, aber wir sind bereit", betonte der 47-Jährige. Überhaupt wirkte er am Vorabend des Spiels so entspannt, als rede er über ein Freundschaftsspiel: "Wir müssen das Spiel jetzt auch nicht größer machen, als es ist."

Ein gelungener Start gegen die schwer einzuschätzenden Rumänen soll die Euphorie im Land und bei der Mannschaft freilich weiter anheizen und das Selbstvertrauen für die kommenden Spiele in Gruppe A gegen Albanien (15.6.) und die Schweiz (19.6.) stärken. "Wir müssen starten wie Rennpferde, die aus der Box kommen, und sofort zu 100 Prozent da sein", forderte Deschamps.

Und der Druck? "Natürlich ist es normal, wenn du Schmetterlinge im Bauch hast vor so einem Spiel. Aber wir müssen das Spiel mit Freude angehen", sagte Deschamps und betonte: "Die Mannschaft und ich kennen keinen Druck. Druck ist negativ." Seinem Kapitän spricht er damit aus der Seele: "Die Erwartungshaltung ist groß, das wissen wir", sagte Hugo Lloris am Donnerstagabend, aber er betont auch: "Wir müssen versuchen, es zu genießen."

Vergessen sind die Sex-Affäre um Torjäger Karim Benzema oder die Diskussionen um die Defensive nach den Ausfällen von Raphael Varane, Mamadou Sakho oder Jeremy Mathieu. Deschamps blickt nur noch nach vorne. Seit Wochen bastelt er an dem Team, das gegen Rumänien für eine Initialzündung sorgen soll. In der Offensive hat der Welt- und Europameister ein echtes Luxusproblem - auch ohne Benzema.

Im Dreierangriff ist Olivier Giroud vom FC Arsenal im Zentrum gesetzt. Antoine Griezman von Atletico Madrid und Dimitri Payet (West Ham United) dürften beim Auftakt auf den Flügeln erste Wahl sein. Dem Münchner Kingsley Coman, Jungstar Anthony Martial (Manchester United) und André-Pierre Gignac (Tigres/Mexiko) bleiben wohl erst einmal nur die Jokerrolle.

Im Mittelfeld sind alle Augen auf Pogba gerichtet. Der 23-Jährige von Juventus Turin gilt als eines der größten Versprechen im europäischen Fußball. Über 100 Millionen Euro soll er einigen Klubs aus England wert sein. Bei der EURO könnte Pogba seinen Marktwert noch einmal steigern. Doch Deschamps bremst den Jungstar schon einmal ein. "Er ist nicht dazu da, um die Menge zu verzaubern", betonte er. Das soll die gesamte Mannschaft erledigen.

(sid)
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