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Zehn Fakten über den Fußball in Island

Ein Filmemacher im Tor und ein Erweckungserlebnis gegen Deutschland – hier sind zehn Fakten über den Fußball in Island.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Ein Kuss auf die Wange, ein Klaps auf die Schulter – so eine innige Auswechslung sieht man nicht alle Tage. Aber es war ja auch ein Vater, der da am 24. April 1996 im Länderspiel zwischen Island und Estland Platz machte für seinen Sohn. Arnor (damals 35) und Eidur Gudjohnsen (17) sorgten für ein Novum der Fußballgeschichte. Gemeinsam liefen sie für Island aber nicht mehr auf.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Ein paar Kuriositäten findet man immer noch in Islands Nationalteam. Coach Heimir Hallgrimsson trainierte auf der Vulkaninsel Heimaey nicht nur die erste Frauen- und die erste Männer-Mannschaft des IB Vestmannaeyjar, sondern arbeitete auch noch als Zahnarzt. Torwart Hannes Halldorsson wog mit 21 Jahren 105 Kilo und saß bei einem Drittligisten meist auf der Tribüne, erst dann startete er durch. Erfolgreicher war Halldorsson lange Zeit als Produzent von Werbespots und Musikvideos.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Der Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson war Islands bester Torschütze in der Qualifikation zur EM 2016. Die eingebaute Torgarantie hat jedoch ein Angreifer vom FC Nantes. Kolbeinn Sigthorsson machte seinem Namen im wichtigen Spiel gegen Tschechien alle Ehre. Sein Treffer zum damals entscheidenden 2:1 brachte Island endgültig auf EM-Kurs. Jetzt jagt der 25-Jährige den Rekord von Nationalheld Eidur Gudjohnsen.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Als Erweckungserlebnis des isländischen Fußballs gilt das 4:1 der damaligen U21 im Jahr 2010 gegen Deutschland. Die Isländer fuhren damals sensationell zur EM und sorgten fürs peinliche Scheitern der späteren Weltmeister um Mats Hummels und Benedikt Höwedes. Spieler wie Top-Torjäger Gylfi Sigurdsson oder Kapitän Aron Gunnarsson bilden heute den Kern der isländischen Nationalmannschaft.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Noch goldiger als die goldene Generation wurde die U21 aus den Jahrgängen '94 und '95 bewertet. Die Nachwuchsleute sind Pioniere, weil sie komplett in den wetterfesten Fußballhallen ausgebildet wurden. In der EM-Qualifikation gab es bereits einen Sieg gegen Frankreich. Spätestens 2017 sollten die stärksten Spieler zur A-Nationalmannschaft stoßen.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Als kleinstes Land der Geschichte hat es Island 2016 zu einem großen Turnier geschafft. Nur Andorra, San Marino, die Färoer, Gibraltar und Liechtenstein haben in der Uefa weniger Einwohner. Vor gut fünf Jahren stand Island noch auf Platz 130 der Weltrangliste und steckte bei Auslosungen in einem Topf mit den anderen Fußballzwergen.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Rudi Völler darf sich bestätigt fühlen. Das 0:0 gegen Island im Jahr 2003, das die legendäre Wutrede des damaligen Teamchefs verursachte, wird in der Fußballhistorie des Landes gar nicht so hochgehängt. Bis zu den Siegen gegen die Niederlande galt ein 1:1 gegen den frischgebackenen Weltmeister Frankreich im Jahr 1998 als größtes Spiel.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Wer in Island Kinder und Jugendliche trainieren will, benötigt mindestens eine B-Lizenz. Mehr als 600 Coaches erfüllen nach Verbandsangaben die Voraussetzungen, auf jeden kommen somit gerade einmal 30 registrierte Fußballerinnen und Fußballer. Davon können andere Länder nur träumen.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Noch Anfang des Jahrtausends war der Fußball in Island eine saisonale Angelegenheit. Dann wurden flächendeckend riesige Hallen errichtet, in denen – geschützt vor dem unberechenbaren Wetter auf der Insel – das ganze Jahr über trainiert werden kann. "Starke Athleten hatten wir schon immer, aber uns fehlte die technisch Finesse", sagt Sportreporter Vidir Sigurdsson. Jetzt stimmt das Gesamtpaket aus Technik, Athletik und taktischem Verständnis. Kämpfernaturen sind die Isländer sowieso.

Zehn Fakten über den Fußball in Island

Auf dem Schulhof neben der riesigen Fußballhalle in Kopavogur befindet sich ein nagelneuer Basketball-Court und natürlich fehlen auch keine Fußballtore. Unter dem Hype um beide Sportarten – auch die Basketballer haben sich 2015 erstmals für eine EM qualifiziert – leidet jedoch der Handball, einst das große Aushängeschild. Mit Olympia-Silber in Peking 2008 feierte das kleine Land seinen bislang größten Erfolg, die großen Zeit sind jedoch vorüber.