| 09.08 Uhr

England gegen Russland
Fans prügeln sich im Stadion

Russische Hooligans stürmen England-Block
Russische Hooligans stürmen England-Block FOTO: ap, AF FP
Marseille. Rund um das EM-Spiel zwischen England und Russland (1:1) ist es in Marseille zu schweren Ausschreitungen gekommen. 31 Menschen wurden verletzt, ein Fan aus Großbritannien schwebt in Lebensgefahr. Die Disziplinarkommission der UEFA ermittelt.

Nach Ende des Spiels im Stade Velodrome kam es am Samstagabend erneut zu Zwischenfällen: Nach dem späten Ausgleich der Sbornaja wollten russische Fans einen englischen Block stürmen, Leuchtraketen flogen, Fahnen wurden von den Zäunen gerissen.

Die englischen Fans flüchteten sich an den Rand, die Treppen hoch oder über die Zäune in den Innenraum. Es kam zu Schlägereien, die Ordner wurden überrannt.

Schon während der Partie waren einige Male Leuchtraketen aus dem russischen Block abgefeuert worden. Auch ein lauter Böller war zu hören.

Über Stunden war es den gesamten Samstag über am alten Hafen und vor dem Stadion zu schweren Ausschreitungen gekommen, ein Mann aus England musste wiederbelebt werden. Er schwebt in Lebensgefahr. Insgesamt sind mindestens 31 Menschen verletzt worden. Vier Personen erlitten bei den Ausschreitungen am alten Hafen der Mittelmeerstadt schwere Verletzungen. Sechs Krawallmacher wurden festgenommen. Drei Polizisten wurden bei den Einsätzen leicht verletzt, wie der Polizeipräfekt von Marseille, Laurent Nunez, dem Sender BFMTV sagte.

Die Regionalzeitung "Nice Matin" berichtete nach Spielschluss in Marseille von Auseinandersetzungen zwischen polnischen und nordirischen Fans in Nizza, die von der Polizei beendet wurden. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete von sieben Verletzten.

Im Internet veröffentlichte Aufnahmen zeigten mehrere Personen in dunkelgrünen nordirischen Trikots, die sich am Samstagabend in der französischen Stadt mit anderen Fußballfans prügelten. Die Polizei schritt schnell ein, um die Schlägereien zu stoppen. Insgesamt waren etwa 20 Menschen an den Tumulten beteiligt.

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi verurteilte die Vorfälle. "Das Verhalten dieser Hooligans ist inakzeptabel und muss hart bestraft werden", schrieb er auf Twitter um kurz vor Mitternacht. Bis dahin sei in der Altstadt bislang eine Person festgenommen worden. Die Situation habe sich mittlerweile beruhigt, so Estrosi.

Bilder der Ausschreitungen zwischen Gruppen aus England, Russland und Frankreich zeigen, wie Fans am Boden liegen, andere treten auf sie ein. Im französischen Fernsehen waren fliegende Stühle und Jagdszenen zu sehen.

Die Europäische Fußball-Union Uefa berät nach den Ausschreitungen über Konsequenzen. Vor weiteren Schritten wolle man Informationen des Disziplinarkomitees abwarten, hieß es am späten Samstagabend. Die Disziplinarkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. 

Zuvor hatte der Verband per Statement reagiert: "Die Uefa verurteilt entschieden die Vorfälle in Marseille. Menschen, die sich an solchen Gewaltakten beteiligen, haben keinen Platz im Fußball." Auch Innenminister Cazeneuve verurteilte die Ausschreitungen scharf.

(areh/sid/dpa)
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