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Italiens Nationaltrainer
Taktiker Conte treibt Italien zu Bestleistungen

Italien-Trainer Conte flippt völlig aus
Italien-Trainer Conte flippt völlig aus FOTO: dpa, kne nic
Montpellier. Der leidenschaftliche Trainer des Deutschland-Gegners dürfte auch für das Viertelfinale einen klugen Matchplan haben. Von Miriam Schmidt und Christian Kunz

Antonio Conte schimpfte, dirigierte, schrie und gestikulierte. Bei Italiens 2:0-Achtelfinalsieg gegen Spanien stand der Nationaltrainer kaum eine Minute still, trotzte auch dem strömenden Regen zu Spielbeginn mit Mütze und Jacke. Conte lebt seinen Spielern bedingungslosen Einsatz vor und treibt seine eigentlich nur mittelmäßige Truppe während der EM immer wieder zu Höchstleistungen. Sein feststehender Abschied zum FC Chelsea nach der EM beeinflusst dabei bislang weder den Coach noch die Spieler.

"Conte ist ein großartiger Trainer. Der beste dieser EM. Er hat es geschafft, der Mannschaft nicht nur eine Spielidee zu vermitteln, sondern seine klare Handschrift, deutlich und markant", schwärmte der zukünftige Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Italien gegen Deutschland im EM-Viertelfinale am Samstag, 21 Uhr (ARD), ist daher auch das Aufeinandertreffen der beiden Trainer und Taktik-Tüftler Antonio Conte und Joachim Löw.

"Er leistet hervorragende Arbeit", lobte Bundestrainer Löw sein Gegenüber. "Conte hat erkannt, dass man nur mit Catenaccio alleine kein Turnier mehr gewinnt, dass man auch ein Spiel nach vorne braucht", sagte er. Derzeit dürften sich wohl Löw wie auch Conte Gedanken über ihren Matchplan machen. Conte hat bei dieser EM schon mehrmals bewiesen, dass er auf dem Papier bessere Gegner mit seiner klugen Taktik auseinandernehmen kann. "Es ist kein Zufall, dass sich mit Belgien und Spanien zwei starke Nationalteams in einem bis ins letzte Detail vorbereiteten Plan verlaufen haben, einem Labyrinth ohne Ausgang", lobte die "Gazzetta dello Sport" den Perfektionisten.

Mittelfeldspieler Alessandro Florenzi urteilte über das Spiel seines Teams: "Selbst mit geschlossenen Augen wissen wir, wo wir einen Mitspieler finden können, also hat Conte großartige Arbeit gemacht." Und die Mannschaft folgt ihm bedingungslos, Konkurrenz oder Neid gibt es nicht. Der aus Apulien stammende Coach ist bekannt als Motivator und für seine martialischen Ansprachen. Vor großen Spielen fordert der 46-Jährige von seinen Mannschaften gerne "Blut, Schweiß und Tränen". Conte sagte: "Es sind große Emotionen, eine EM als Nationaltrainer zu erleben. Großer Stolz, große Freude, eine große Verantwortung."

Insgesamt 20 Mal spielte Conte für Italiens Nationalelf und gewann als Profi mit Juventus Turin fünf Meistertitel und die Champions League. Als Coach machte er nach Stationen bei Arezzo, Bari, Bergamo und Siena dort weiter, gewann mit Juve drei Meisterschaften.

Doch seine Leidenschaft für den Fußball treibt Conte nun auch dazu, nach nur zwei Jahren als Nationalcoach eine neue Herausforderung zu suchen.

Beim FC Chelsea kann er bald wieder die tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz leben, die ihm bei der Nationalelf so sehr fehlte.

(dpa)
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