| 17.48 Uhr

TV-Kritik zu "Beckmanns Sportschule"
Danke für nichts, liebe ARD!

ARD liegt mit "Beckmanns Sportschule" völlig daneben
Reinhold Beckmann ist Gastgeber der Sendung "Beckmanns Sportschule". FOTO: WDR/Paul Ripke
Meinung | Düsseldorf. Am Samstag zu später Stunde lief eine neue Ausgabe von "Beckmanns Sportschule" aus Malente. Durch die Auslosung der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals waren diesmal sogar ab 23.30 Uhr 3,66 Millionen Zuschauer dabei, um zu sehen, gegen welchen Verein ihr Lieblingsklub im Pokal zuerst ran muss. Doch die Sendung hinterließ einen sprachlos. Was zur Hölle soll das, liebe ARD? Von Stephan Seeger

Zugegeben, der Autor dieses Artikels hat "Beckmanns Sportschule" am Samstag zum ersten Mal gesehen. Er wurde dazu gezwungen, weil in Malente die erste Runde des DFB-Pokals ausgelost wurde. Und er blieb nach dem Ende der Sendung sprachlos zurück. Was hat sich die ARD nur dabei gedacht?

Wenn Moderator Reinhold Beckmann und seine Gäste wie Ex-Nationalspieler Uwe Seeler, Neu-Wrestler Tim Wiese oder Nico Patschinski, ebenfalls Ex-Profi und mittlerweile Bestatter, der Sendung wenigstens den Satire-Stempel aufdrücken würden, den sie verdient, wäre ja noch alles in Ordnung. Doch das ist es beileibe nicht.

Denn die ARD meint es offenbar ernst. Es fängt schon damit an, dass am Anfang der Sendung der "Geist von Malente" ins Studio einläuft: Ein Mensch in einem Gespenster-Kostüm, eine Anspielung auf die DFB-Trainingslager vor den Weltmeisterschaften von 1970 bis 1994.

Den bisherigen Höhepunkt der Peinlichkeit erreichte die Sendung vermutlich mit der "Halbzeit-Show" am Samstag. Nachdem die Hälfte der 64 Pokal-Duelle gezogen war, bat Beckmann zur Pause. Und in dieser zeigte Patschinski auf dem neuen DFB-Pokal-Logo irgendwelche akrobatischen Bewegungen, begleitet von einer Blaskapelle, die wie beim berühmten Plumpssack-Spiel um das Logo herumschlawenzelte. Zwischendurch winkten ein paar Rentner in die Kameras. Nicht nur beim Autor, sondern auch in den sozialen Netzwerken schnellte das Fremdschäm-Barometer in die Höhe. "Malente-Halbzeitshow. Verkrieche mich vor Scham unter der Bettdecke", schrieb ein User bei Twitter. "Was machen die da in Malente???? Ist das schon Lagerkoller", fragte ein anderer.

Als alle Partien gezogen waren, hatten Patschinski und Wiese noch einen gemeinsamen Auftritt und beerdigten die Favoriten. Lustig. Was haben wir gelacht. Wie schön waren doch die Zeiten, als Waldemar Hartmann noch mit "Waldis WM-Club" auf Sendung war. Gegen "Beckmanns Sportschule" war dieses Format die reinste Wohltat.

Und die deutschen Bürger müssen für so einen Schmarrn auch noch Rundfunkgebühren zahlen. Danke für Nichts, liebe ARD!

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