| 22.25 Uhr

Ausschreitungen bei der EM
England fürchtet sich den vor eigenen Fans

Englische Fans randalieren in Marseille
Englische Fans randalieren in Marseille FOTO: afp
Chantilly . Nach den Ausschreitungen in Marseille, an denen englische Hooligans beteiligt waren, geht bei dem Team die Angst vor einem EM-Ausschluss um. Kapitän Wayne Rooney appelliert an die Fans. 

Das Turnier in Frankreich hat noch gar nicht so richtig Fahrt aufgenommen, da fürchten die "Three Lions" schon das vorzeitige Aus. Wegen der eigenen, unbelehrbaren Fans, die aber jegliche Verantwortung für die Gewalt in Marseille zurückwiesen, als 35 Menschen verletzt wurden. Ein Engländer ist immer noch in einem kritischen Zustand. 

"Benehmt euch, oder wir fliegen raus", titelte die britische Zeitung "Mirror" zu einem Foto, das englische Krawallmacher in Marseille zeigt. Wie ernst die "Three Lions" die Uefa-Drohung nehmen, wurde am Montagmittag deutlich. Trainer Roy Hodgson und Kapitän Wayne Rooney appellierten in einer Videobotschaft an die Fans, im Vorfeld des Bruderduells mit Wales am Donnerstag (15 Uhr/Live-Ticker) in Lens Vernunft walten zu lassen. Hodgson meinte mit fester Stimme, er sei "beunruhigt", Rooney betonte nachdenklich: "Passt auf euch auf und haltet euch zurück!"

In den Köpfen der Spieler überlagerten die Gewaltszenen die Enttäuschung nach dem 1:1 gegen Russland. Zumal manche ihrer Frauen unmittelbar betroffen waren. Rebekha Vardy, Frau von Stürmer Jamie Vardy, berichtete im "Guardian", sie habe um ihr Leben gefürchtet, als die Polizei mit Tränengas gegen englische Fans vorging. Sie beschrieb Jagdszenen: schreiende Frauen hier, flüchtende Kinder da. "Wie Tiere" seien sie und andere friedliche Anhänger behandelt worden, ergänzte sie und stützte damit die Darstellung der Fan-Vereinigung.

Stürmer Vardy verbot seiner Frau, die Partie gegen Wales zu besuchen, doch sie will trotzdem dabei sein. Schließlich geht es um viel. Bei einer Niederlage im Stade Bollaert-Delelis könnte es mit dem Turnier fast schon vorbei sein. Angesichts der schwierigen Gemengelage gab Hodgson den Stars kurzfristig einen Tag frei, rund um das noble Teamquartier im idyllischen Chantilly vor den Toren von Paris herrschte am Montag Ruhe.

(jado/sid)
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