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Nationalmannschaft
DFB verlängert mit Adidas bis 2022

adidas und DFB verlängern bis 2022
adidas bleibt Ausrüster der deutschen Nationalmannschaft. FOTO: dpa, rje nic gfh tmk
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Ausrüstervertrag mit Adidas bis 2022 verlängert. 50 Millionen Euro kassiert der DFB nun pro Jahr.

Ein Quantensprung für den Weltmeister: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seinen Ausrüstervertrag mit Adidas vorzeitig bis 2022 verlängert und wird damit in bislang unerreichte finanzielle Sphären vorstoßen. Künftig zahlt Adidas 50 Millionen Euro pro Jahr, gab Adidas-Boss Herbert Hainer bekannt.

"Ich kann Ihnen sagen, dass wir dem DFB ein Angebot über 50 Millionen Euro pro Jahr angeboten haben, das der DFB angenommen hat", sagte adidas-Boss Herbert Hainer auf einer Pressekonferenz in Paris: "Dafür möchten wir Herrn Grindel (DFB-Präsident Reinhard Grindel, d.Red) danken. Ich gebe zu, dass wir auch über 2022 hinaus verlängern wollten. Das wollte der DFB aber nicht. Ich kann Ihnen aber sagen, dass wir in vier Jahren wieder am Tisch sitzen werden!"

Der alte Deal mit dem langjährigen Partner aus Herzogenaurach, der noch bis 2018 galt, brachte dem DFB jährlich etwa 25 Millionen Euro ein. "Es waren die transparentesten, anspruchsvollsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Verhandlungen in der Geschichte unseres Verbandes", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Montag bei der pompös inszenierten Präsentation der Einigung am Fuße des Eiffelturms im Herzen von Paris.

Die Ausrüster der EM-Teams

Der neue Mann an der Spitze des Verbandes versprach: "Wir werden das Geld nutzen, um den DFB und den deutschen Fußball besser zu machen." Hainer meinte: "Wir gehören zusammen, weil sowohl der DFB mit seinen Nationalmannschaften als auch wir als globales Sportartikelunternehmen Deutschland hervorragend in der Welt präsentieren." Er kündigte an, "wieder mehr Produktion nach Deutschland" zu holen: "Geplant ist, dann auch das DFB-Trikot direkt in unserem Heimatmarkt zu fertigen."

Mit dem Vertrag liegt der DFB in etwa auf einem Niveau mit Bundesliga-Krösus Bayern München, der (ebenfalls von Adidas) bis 2030 jährlich 60 Millionen Euro kassiert. Die Zeiten, in denen Vereinsmannschaften aufgrund der stärkeren Präsenz in den Medien von Hause aus höher dotierte Verträge erhielten, scheinen damit endgültig vorbei.

Dass für den DFB möglicherweise noch deutlich mehr drin gewesen wäre, zeigt ein Blick nach Spanien. Dort hatte der FC Barcelona Ende Mai seine Zusammenarbeit mit Nike bis ins Jahr 2028 verlängert, dem US-Unternehmen war der Deal etwa 100 Millionen Euro pro Saison wert.

Mit dem Wunder von Bern fing alles an

Die Amerikaner hatten sich auch intensiv um den DFB bemüht, gingen aber wie bei der letzten Vertragsverlängerung 2007 leer aus. Dabei wäre deren Paket womöglich noch lukrativer gewesen. Medien hatten spekuliert, das Angebot sei mindestens ebenso hoch dotiert und beinhalte weitere Zugeständnisse. So hätte es die Trikots der Weltmeister wohl nur noch in ausgesuchten Nike-Stores oder eben über den DFB gegeben.

Dennoch entschied sich der Verband wieder für Altbewährtes - auch, weil sich der deutsche Hersteller in über 60 Jahren stets als verlässlich erwiesen hat. In dieser Zeit waren die meisten Vertragsverlängerungen ohne große Reibereien über die Bühne gegangen. Doch seit der große Rivale Nike mit der Heim-WM 1994 sein Engagement im Fußball massiv ausgeweitet hat, rückt der US-Riese seinem Widersacher in dessen Kerngeschäft immer stärker auf die Pelle.

Spätestens seit 2007 beschäftigt man sich beim DFB intensiv mit einem möglichen Herstellerwechsel. Damals hatte Nike rund 500 Millionen Euro geboten und die Adidas-Offerte mal eben um das Doppelte überboten. Nur eine Entscheidung eines unabhängigen Schiedsgerichts, wonach der Kontrakt mit Adidas nach einer mündlichen Vereinbarung aus dem Sommer 2006 bereits verlängert worden war, stand dem Wechsel seinerzeit im Weg.

(sid)
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