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Grünes Licht für den DFB-Kapitän
Schweinsteiger gegen Frankreich in der Startelf

Fotos: Schweinsteiger beim Abschlusstraining dabei
Fotos: Schweinsteiger beim Abschlusstraining dabei FOTO: dpa, jhe
Marseille. Joachim Löw kann aufatmen. Bastian Schweinsteiger steht für das EM-Halbfinale gegen Frankreich zur Verfügung. Von Robert Peters

Didier Deschamps hat viel gelacht bei seiner Pressekonferenz vor dem EM-Halbfinale Frankreich gegen Deutschland am Donnerstag. Das machen Trainer so, sie stellen damit ihre Lockerheit zur Schau, und sie hoffen, dass sich die Gelassenheit auf die Spieler überträgt. Der französische Trainer ist da nicht anders als sein deutscher Berufskollege Joachim Löw. Auch der fällt vor Lockerheit beinahe vom Stuhl.

Vor ein paar Tagen hat er bereits ein besonderes Liebesgeständnis abgelegt. "Ich liebe solche Spiele", hat er gesagt. Und auch in Marseille ist viel von Vorfreude die Rede. Und weil er gerade so gute Laune hat, verrät er auch, dass Kapitän Bastian Schweinsteiger auf jeden Fall spielen wird. "Gerade in so einem Spiel, in so einem Hexenkessel ist er mit seiner Erfahrung sehr wichtig." Am Morgen in Evian beim Abschlusstraining hatte er keine Beschwerden mehr. "Die Verletzung ist vollständig auskuriert", versichert der Bundestrainer. Er braucht Schweinsteigers Ruhe und Abgeklärtheit, "weil wir ja schon einige Ausfälle kompensieren müssen".

Mats Hummels ist gesperrt, Sami Khedira ist nicht rechtzeitig fit geworden, und Mario Gomez fällt für das gesamte Turnier aus. Fest stehe, sagt Löw, "dass das französische Spiel viel weniger zu berechnen ist als das italienische". Ihm muss folglich etwas einfallen gegen plötzliche Tempoverschärfung und die intuitive Spielführung von Paul Pogba im zentralen Mittelfeld der Franzosen. "Die haben schon auch eine starke Offensive", erklärt der Bundestrainer, "da müssen wir Geschlossenheit zeigen und ihnen keine Räume aufmachen." Wer sich neben Schweinsteiger und Toni Kroos, die im zentralen Mittelfeld spielen werden, darum kümmern muss, lässt Löw offen.

Aber er sagt: "Die Aufstellung habe ich natürlich schon im Kopf." Er kennt die Ausgangslage für den Gegner. Sie ist ähnlich wie die der Deutschen vor dem Viertelfinale gegen Italien. Frankreich hat zum letzten Mal 1958 bei einem großen Turnier gegen die Deutschen gewonnen (6:3 im Spiel um Platz drei bei der WM in Schweden). Das war in einer anderen Zeit und in einer anderen Welt. Von einem Deutschland-Trauma wollen die Franzosen öffentlich aber so wenig wissen, wie die Deutschen von einem Italien-Trauma wissen wollten. Gefragt werden sie danach trotzdem immer wieder.

Die DFB-Auswahl hatte sogar noch nie bei einem großen Turnier gegen die Italiener gewonnen - bis zum vergangenen Samstag. Sie haben ihr Trauma besiegt. Jetzt wollen die Franzosen nachziehen. "Das kann auch Druck auslösen", meint Toni Kroos. Er erinnert sich an das WM-Halbfinale vor zwei Jahren, als Deutschland auf dem Weg zum Titel Gastgeber Brasilien im Halbfinale mit 7:1 vom Platz schoss. Das könne man allerdings nicht vergleichen. "Wir haben unsere Erfahrungen mit Spielen gegen Gastgeber gemacht", stellt er immerhin fest. Und er geht sehr selbstbewusst in die Begegnung. Löw glaubt, "dass wir der härteste Gegner sein werden, den Frankreich bis jetzt hatte", und Kroos verspricht: "Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es schief geht, werde ich auf keinen Fall die Belastungen aus dem Spiel gegen Italien als Entschuldigung anführen." Er lächelt, damit es ihm niemand als Überheblichkeit auslegt.

Quelle: RP
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