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Um ein Haar WM-Held
Höwedes will nicht mit Götze tauschen

Fotos: Benedikt Höwedes – Schalker, Allrounder, Weltmeister
Fotos: Benedikt Höwedes – Schalker, Allrounder, Weltmeister FOTO: afp, vel
Er wäre um ein Haar der große WM-Held geworden, doch seinem Fehlschuss im Finale 2014 trauert Benedikt Höwedes nicht nach.

"Vielleicht hätte es für mich sogar mehr verändert als gewollt. So kann ich immer noch auf der Straße rumlaufen, ohne dass mir Leute schreiend hinterherrennen. Ich finde gut, wie es ist", sagte der Abwehrspieler in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau.

Der 28-Jährige hatte kurz vor der Pause des Endspiels gegen Argentinien mit einem Kopfball den Pfosten getroffen. Stattdessen wurde dann Mario Götze in der Verlängerung zum Schütze des Goldenen Tores. "Wir sind auch so Weltmeister geworden", sagte Höwedes: "Ob ich das Ding gemacht habe oder nicht - wen kümmert es?"

Wie vor der WM plagte sich der Schalker auch diesmal vor der EURO (10. Juni bis 10. Juli) mit einer Verletzung herum. Man könne die Situation "durchaus vergleichen", sagte er: "Obwohl ich jetzt deutlich mehr Grundlagen habe als damals. Ich bin guter Dinge, dass wir das auf den Punkt hinbekommen."

Ob er im Fall der Fälle dann auf seiner gewohnten Position in der Innenverteidigung oder wie bei der WM auf der linken Seite zum Einsatz kommt, ist ihm nach eigener Auskunft egal. "Ich plane gar nicht. Linker Verteidiger, rechter Verteidiger, Innenverteidiger - ich mache das, was der Bundestrainer sagt."

Zudem sprach Höwedes über zwei einschneidende Erlebnisse seines Lebens abseits des Fußballs. Über den Autounfall im Rahmen eines Sponsorentermins im Trainingslager 2014, bei dem ein Tourist schwer verletzt wurde, sagte er: "Das war eine furchtbare Situation. Als Beifahrer konnte ich nichts daran ändern, ich hatte überhaupt keine Reaktionsmöglichkeit, alles geschah wahnsinnig schnell." Er habe wegen des Gesundheitszustands des Opfers "mehrmals nachgefragt und auch Auskünfte bekommen. Im Detail möchte ich darauf öffentlich aber nicht eingehen."

Zudem besuchte der Fußball-Star Opferfamilien der Germanwings-Katastrophe, die wie er aus Haltern am See stammen. Vor dem Treffen sei er "sehr nervös" gewesen, berichtete Höwedes: "Ich wusste nicht, was mich erwartet. Sind es weinende Kinder, die Brüder Schwester, Freundin oder Freund verloren hatten? Letztlich war es eine beeindruckende Erfahrung für mich. Da waren Kinder, die sehr offen und herzlich über ihr Erleben der Tragödie sprechen konnten. Es hat mir viel gegeben. Man kann sehr viel Kraft aus solchen Gesprächen schöpfen."

(sid)
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