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Großer Willen, dichte Abwehr
Deutschland hat Respekt vor Griechenland

EM 2012: DFB-Elf entspannt bei einer Radtour
EM 2012: DFB-Elf entspannt bei einer Radtour FOTO: dpa, Marcus Brandt
Danzig. Die Länderspielbilanz des DFB gegen Griechenland ist nicht nur positiv – sie ist sogar imposant und nährt die Hoffnung, dass die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw am Freitag (20.45 Uhr/Live-Ticker) in Danzig das Tor ins Halbfinale der EM aufstößt. Bei acht Vergleichen gingen deutsche Teams fünfmal als Sieger vom Feld. Dazu kamen drei Unentschieden – und es gab keine einzige Niederlage.

Mit einer Ausnahme (1970) waren alle Begegnungen Pflichtspiele bei Turnieren oder in Qualifikationsrunden. Die letzte liegt allerdings schon mehr als elf Jahre zurück. Damals gab es in Athen einen 4:2-Erfolg auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, bei der Teamchef Rudi Völler seine Mannschaft in das Finale gegen Brasilien führte (0:2). Zu den Torschützen in Griechenlands Hauptstadt gehörte im März 2001 auch Miroslav Klose in seinem zweiten von mittlerweile 119 Länderspielen.

Drei Chancen, drei Tore

Dennoch: Spätestens seit dem sensationellen 1:0-Sieg, mit dem die Griechen bei dieser EM den Gruppenfavoriten Russland aus dem Wettbewerb warfen und in die erste K.o.-Runde einzogen, ist der Respekt vor dem Europameister des Jahres 2004 groß. Denn wie bei dem überraschenden Triumph der Mannschaft des deutschen Trainers Otto Rehhagel vor acht Jahren bei der Endrunde in Portugal ist die Auswahl mit ihrer kompakten, defensiven Spielweise in der Lage, jedem Favoriten das Leben schwerzumachen. "Die hatten in diesem Turnier drei Chancen und machen drei Tore, vielleicht waren es auch vier Chancen", erklärt Joachim Löw. "Die werfen sich in alles, was irgendwo gefährlich ist. Da beißt man auf Granit."

"Wir wissen, dass so eine Mannschaft wie Dänemark dir wehtun kann. So schätze ich die Griechen auch ein", unterstreicht Bayern-Torhüter Manuel Neuer. "Es ist eine aggressive Mannschaft, die sehr viel über den Willen und das Zweikampfverhalten kommt. Keiner hätte damit gerechnet, dass sie sich gegen die Russen durchringen und ins Viertelfinale einziehen. Deshalb wird von uns keiner die Griechen unterschätzen." Dortmunds Verteidiger Mats Hummels erwartet einen "sehr defensiven, sehr gut strukturierten" Gegner und betont: "Sie werden sich da mit acht, neun Mann weiter hinten postieren und auf Konter lauern. Ob es so kommt, weiß ich nicht, aber das ist meine Vermutung."

"Wir haben eine gute Ausgangsposition", findet Thomas Müller. Man spiele gegen den Zweiten der Gruppe A, könne in Danzig im Stadion unweit des EM-Quartiers Dwor Oliwski antreten und habe so keine Anreise mit dem Flugzeug wie bei den drei Gruppenspielen in der Ukraine vor sich. Über die griechische Mannschaft um den Bundesliga-Torschützenkönig des Jahres 2007, Theofanis Gekas, sagt der Münchner Offensivspieler: "Sie spielen, wie man es von den Griechen gewohnt ist. Sie versuchen, ihr Tor so gut wie möglich zu verteidigen. Da müssen wir erst einmal ein Tor erzielen."

Philipp Lahm spricht von einer "machbaren Aufgabe" im Viertelfinale. "Aber man hat gesehen, dass man hart dafür arbeiten muss", sagte der Kapitän nach dem schwer erkämpften 2:1-Sieg gegen Dänemark. "Außer Frage ist, dass sie sehr defensiv gegen uns agieren werden. Dass es dann nicht leicht ist, hat man heute gesehen."

(RP/seeg/csi)
 
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