| 16.13 Uhr

Kritik an DFB-Abo
EM-Tickets nur für Mitglieder des Fan-Clubs

Das sind die Ticketpreise
Das sind die Ticketpreise
Paris. Für die Generalprobe im EM-Endspielstadion in Paris am Freitagabend verkaufte der DFB nur knapp 1000 Eintrittskarten an die Fans der Nationalmannschaft. Im kommenden Sommer wollen ungleich mehr bei der nächsten Titelmission in Frankreich live im Stadion mit den schwarz-rot-goldenen Weltmeistern mitfiebern – doch bei der Ticketvergabe ist Frust schon programmiert.

Auf seiner Homepage wies der Deutsche Fußball-Bund Kritik an seiner streng geregelten Verkaufspraxis für das nationale Kontingent nur an Mitglieder des Fan-Clubs Nationalmannschaft zurück. "Nein. Tickets für die EURO konnten und können von deutschen Fans in anderen Verkaufsphasen der Uefa natürlich auch ohne Fan-Club-Mitgliedschaft erworben werden", hieß es vom Verband.

Fotos: Sexy Deutschland-Fan verdreht Final-Zuschauern den Kopf FOTO: dpa, ss ase

Tatsächlich können die Karten des sogenannten nationalen deutschen Kontingentes, für die man sich zwei Tage nach der Gruppenauslosung am 12. Dezember bis Ende Januar online bewerben kann, nur von Mitgliedern des Fan-Clubs Nationalmannschaft beantragt werden.

Rund 20 Prozent der Eintrittskarten pro Spiel bekommt der DFB wie jeder andere EM-Teilnehmer exklusiv für seine Fans von der Uefa. Insgesamt sind dies 800 000 der 1,8 Millionen verfügbaren Karten. Die genaue Ticketzahl für deutsche Fans hängt davon ab, in welchen Arenen die Elf von Bundestrainer Joachim Löw spielen wird. Ins riesige Stade de France passen rund 80 000 Besucher. Die Arena in Toulouse fasst nur 33 000 Fans.

Fotos: Helene Fischer feiert mit DFB-Team auf der Fanmeile FOTO: dpa, dna hak

Für eine Mitgliedschaft in seiner Fan-Organisation verlangt der DFB einen Jahresbeitrag von 30 Euro und eine Aufnahmegebühr von zehn Euro. Von einer versteckten Zwangsgebühr ohne Erfolgsgarantie will der DFB aber nicht sprechen.

"Hier ist die Uefa dem Vorschlag des DFB gefolgt, der bei seinen Auswärtsspielen positive Erfahrungen mit diesem angewandten Prozedere macht. Dies berücksichtigt das Engagement vieler Fans, die die Nationalmannschaft auch außerhalb von Turnieren unterstützen, aber auch sicherheitsrelevante Dinge können über den Fan Club abgedeckt werden", teilte der DFB mit.

Der Verband kann so die immense Nachfrage besser kontrollieren und vor allem prüfen, wer in den Besitz einer Karte kommt. Zumindest im Stadion hat der DFB damit eine Sicherheitshandhabe – ein Aspekt, der in Erinnerung an die Ausschreitungen deutscher Hooligans bei der WM 1998 in Frankreich und der schlimmen Verletzung des Polizisten Daniel Nivel durchaus von Bedeutung ist.

Fans bereiten Nationalelf begeisternden Empfang auf der Fanmeile FOTO: dpa, fpt

Die Restriktionen gelten auch für normale Auswärtsländerspiele der Nationalmannschaft wie am Freitagabend in Paris. Und: Auch Frankreich, Belgien, England und Wales folgen diesem Prinzip – weitgehend aus den gleichen Motiven wie der DFB.

Erfahrungsgemäß übersteigt die Nachfrage nach WM- oder EM-Karten das Angebot bei Weitem. In der ersten Verkaufsphase gingen für die eine Million verfügbaren Tickets 11,264 Millionen Anträge aus 209 Ländern ein - obwohl die Paarungen noch gar nicht feststehen. Allein das Finale am 10. Juli in St. Denis war mit 1,2 Millionen Kartenwünschen heillos überbucht.

Wer nicht Mitglied des Fan-Clubs Nationalmannschaft werden will, kann erst wieder im März an EM-Karten kommen. Dann veranstaltet die Uefa eine große Tausch- und Ticketbörse. Bei dieser können nur Ticketbesitzer aus der ersten allgemeinen Verkaufsphase ihre Karten zum Normalpreis anbieten oder tauschen. Mit etwas Glück könnten dann wieder Tickets für deutsche Spiele auf den Markt kommen.

(dpa)
 
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