| 19.36 Uhr

"Bienvenue a l'Allemagne"
DFB-Team ohne Papa Podolski in Frankreich gelandet

Fotos: DFB-Team in Frankreich angekommen
Fotos: DFB-Team in Frankreich angekommen FOTO: dpa, mr
Frankfurt/Main. Ganz Evian ist schwarz-rot-gold, das Flugzeug wurde zum Fanflieger umgestaltet, auf dem Mannschaftsbus wird das Kommando für den Titel ausgegeben: Weltmeister-Trainer Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft haben am Dienstagnachmittag ihre Tour de France begonnen.

Nicht mit dabei war Lukas Podolski (31), der am Sonntag Vater einer Tochter geworden war und von Löw einen Tag Babyurlaub gewährt bekommen hatte.

Gegen 15.00 landete die Sondermaschine LH 342 in Chambéry im Departement Savoyen - dort war ein grüner Teppich für "La Mannschaft" ausgerollt. Bei 24 Grad und Sonnenschein zogen die in graue Pullover oder schwarze T-Shirts gekleideten Nationalspieler ihre Rollkoffer über das Rollfeld. Dort wurden sie vom Vorauskommando des DFB um Cheforganisator Georg Behlau in Empfang genommen, ehe es per Bus ins 130 Kilometer entfernte Evian ging.

Die 8000-Einwohner-Gemeinde am Genfer See, wo das DFB-Team während der am Freitag beginnenden EM im Vier-Sterne-Hotel Eremitage wohnen wird, hatte sich da schon längst herausgeputzt. Am Ortseingang war die Willkommensbotschaft "Bienvenue a l'Allemagne" in großen Lettern ein Blickfang. An Kreiseln waren Blumen in schwarz, rot und gold angebracht, mittendrin aus Kinder-Bildern zusammengesetzte Fußbälle. Überall im Dorf hängen Bilder von Löw und den Spielern.

Die Sondermaschine war für den rund einstündigen Flug von Frankfurt/Main nach Chambery extra zur "Fanhansa" umgestaltet worden. Die Namen von 300 Fans, ausgewählt aus 65.000 Online-Bewerbern, zierten den Rumpf der Maschine. Diese bestieg der DFB-Tross über einen roten Teppich, vorbei an den Spalier stehenden Flugbegleiterinnen. Zuvor hatten sich die DFB-Mitarbeiter in der Zentrale zur Verabschiedung aufgestellt.

Fotos: DFB-Team absolviert öffentliche Trainingseinheit FOTO: dpa, hpl

Einziges Missgeschick: Die Tür des Fliegers schloss zunächst nicht richtig. Im zweiten Versuch klappte es. Auf den Mannschaftsbussen, die den DFB-Tross in Frankfurt zum Flughafen fuhren und in Chambéry abholten, stand die deutsche Losung für das Turnier: "Wir meistern das!"

Da wollten ich auch die Stars mit übertriebener Symbolik nicht zurückhalten. So schrieb Sami Khedira nach Vorbild von "CR7" Cristiano Ronaldo bei Twitter sogar: "#SK6 ist bereit"! Mario Götze und Manuel Neuer veräppelten derweil Thomas Müller: Götze veröffentlichte ein Foto des schlafenden Müller, Neuer schnitt dahinter Grimassen.

Am Abend präsentiert sich das deutsche Team den Bürgern von Evian zum öffentlichen Training - auf einem von DFB-"Rasenpapst" Rainer Ernst frisch verlegten Rasen im Stadion Camille Fournier.

Hohe Hecken sollen vor Blicken schützen

Auch das 2012 renovierte Ermitage baute extra eine Pforte für die Weltmeister, zudem schützen hohe Hecken vor ungewollten Blicken. Auf dem Schwesternhaus gibt es einen Hubschrauber-Landeplatz, rund um das Hotel einen 19 Hektar großen Park, einen Pool, einen Teich, drinnen einen Tischkicker, Billardtische und Tischtennisplatten. Alle Wünsche wurden erfüllt, "aber die letzten Tage waren noch einmal ein wenig stressig", sagte Hotelchef Yannick Le Hec dem Hamburger Abendblatt.

Auf das Quartier habe den DFB Co-Trainer und "Reise-Experte" Thomas Schneider gestoßen, berichtete Teammanager Oliver Bierhoff. "Wir haben alles, was wir brauchen", berichtete der Europameister von 1996: "Das Hotel ist kompakt, es liegt recht hoch, hat eine gewisse Weite, schönes Licht. Wenn man fünf Wochen aufeinanderhängt, braucht man etwas zum Durchschnaufen. Vor allem, wenn man zu den Spielen in den Städten ist, durch den Verkehr von Paris fährt und erst um zwei oder drei Uhr nachts zu Hause ist."

Wichtig sei außerdem, "dass wir das Hotel exklusiv für uns haben und uns frei bewegen können. Es ist wichtig, dass man sich ständig über den Weg läuft."

Bürgermeisters Marc Francina zeigte sich "unglaublich stolz, dass Deutschland, der Weltmeister, sich Evian als Quartier für diese EM ausgesucht hat - und das, obwohl wir nicht einmal zur offiziellen Liste der Uefa gehörten." Schon zuvor hatte er angekündigt: "Wir werden natürlich zu Frankreich halten. Aber dennoch wird die gesamte Stadt während der EM schwarz-rot-gold sein."

(sid)
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