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TV-Kritik
Béla Réthy kann es doch

Das sagt das Netz über Béla Réthy
Das sagt das Netz über Béla Réthy
Meinung | Düsseldorf. An Béla Réthy scheiden sich die Geister. Da machte auch das Achtelfinale zwischen Deutschland und der Slowakei (3:0), das der 59-Jährige fürs ZDF kommentieren durfte, keine Ausnahme. Im Internet hagelte es mal wieder überwiegend Spott und Häme. Dabei machte Réthy einen durchweg soliden Job. Von Sebastian Bergmann

Noch am Samstag hatte Réthy einen ganz schwachen Tag erwischt. Beim Langweiler-Kick zwischen Kroatien und Portugal hörte er Elfmeterpfiffe, wo es keine gab. Und er trug viel zur schläfrigen Grundstimmung, die sich unter den TV-Zuschauern breitmachte, bei. Beim Deutschland-Spiel zeigte er sich aber verbessert und gab seinen Kritikern nur wenig Anlass, sich zu echauffieren. Wie auch das deutsche Team um Jerome Boateng und Co. fand er von Beginn an gut ins Spiel. "Das machen sie gut, dieses frühe Stören im gegnerischen Drittel", lobte Réthy richtigerweise das energische Anlaufen der deutschen Kicker bei gegnerischem Ballbesitz.

Nach einer halben Stunde stellte Réthy dann korrekterweise fest: "Die Hälfte von Manuel Neuer ist komplett verwaist." Zudem bewies er Kenntnis in puncto Fußball-Historie und erklärte, dass beim EM-Sieg der Tschechoslowakei 1976 acht Slowaken auf dem Platz standen. Als Mats Hummels im zweiten Durchgang nach einem einwandfreien Tackling vom Schiedsrichter verwarnt wurde, fragte Réthy zurecht: "Warum gibt es da eine Gelbe Karte?" Zehn Minuten vor Schluss, als die Partie längst gelaufen war, befand Réthy dann noch in Anlehnung an Andreas Möller und den kommenden Viertelfinal-Gegner der Löw-Truppe: "Spanien oder Italien – Hauptsache Viertelfinale." Alles gut also? Nicht ganz.

Abzüge in der B-Note muss sich Réthy für seine nach wie vor nervtötende Werbung für die offenbar wenig frequentierte ZDF-App sowie die unfreiwillig komische Aussprache des slowakischen Kapitäns Martin Skrtel ("Schkrittel") gefallen lassen. Dass er Mitchell Weiser mit dessen Vater Patrick bei einer Hertha-Anekdote verwechselte – geschenkt. Echte "Réthy-Kopschüttel-Momente" – wie beim Kroatien-Portugal-Spiel – blieben aus.

Die Netzgemeinde hatte dennoch ordentlich zu meckern. Vor allem Réthys Lob für Mesut Özil, der in der 13. Minute vom Elfmeterpunkt aus scheiterte, kam bei den Twitter-Nutzern nicht gut an. "Ich hoffe, der Jogi wechselt zur Halbzeitpause diesen Béla Réthy aus" , schrieb zum Beispiel ein Twitter-Nutzer. "Manchmal glaube ich, Béla Réthy erfindet diese langweiligen Statistiken nur", kommentierte ein anderer. Mit einem Augenzwinkern sprang dem Kommentator immerhin ein weiterer zur Seite: "Jetzt hört endlich auf, über Béla Réthy zu schimpfen. Ihr habt wohl noch nie mit meiner Frau zusammen Fußball geguckt."

Quelle: RP
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