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Solide Leistung im ersten EM-Spiel
Rückkehrer Hummels hat noch "der Rhythmus gefehlt"

Fotos: Mustafi muss für Hummels Platz machen
Fotos: Mustafi muss für Hummels Platz machen FOTO: dpa, ss
Saint-Denis. Mats Hummels hat ein gelungenes Comeback gegeben - aber auch beim Weltmeister bleibt Luft nach oben.

Mats Hummels hatte gerackert und gekämpft, er hatte seinen Kumpel Robert Lewandowski 90 Minuten lang ausgeschaltet, als er plötzlich doch noch für einen kleinen Moment die Übersicht verlor. "Der bringt mich raus", sagte der zurückgekehrte Weltmeister perplex, als ihn Jakub Blaszcykowski narrte. Hummels' Glück: Sein Freund "Kuba" foppte ihn erst nach dem zweiten EM-Spiel gegen Polen.

Der Mittelfeldspieler veralberte Hummels, als dieser sich nach dem 0:0 den ersten Reporterfragen stellte. Doch wie im Spiel nach manchem kleinen Wackler zu Beginn fing sich der 27-Jährige auch nach diesem Späßchen schnell. "Ich habe mich echt gut gefühlt", sagte er über seine Rückkehr, "und ich war wach." Also auf der Höhe des Geschehens - wenngleich noch nicht auf dem Zenit seines Könnens.

Das war nach seiner Wadenverletzung allerdings auch nicht zu erwarten. "Mir hat noch der Rhythmus gefehlt, ich habe ja noch nicht so viel gespielt", meinte er. Genau genommen: noch gar nicht. Nach seinem bitteren letzten Auftritt für Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale gegen seinen künftigen Klub FC Bayern (3:4 i.E.) musste er fast vier Wochen pausieren. Zum Auftakt gegen die Ukraine (2:0) brachte Joachim Löw daher Shkodran Mustafi.

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Am Donnerstagmittag suchte der Bundestrainer dann das Gespräch mit Hummels - und der erklärte sich bereit. Das war er tatsächlich. 59 seiner 64 Pässe kamen an (92,2 Prozent), er gewann 63 Prozent seiner Duelle (fünf von acht) und hatte 80 Ballkontakte - solide Werte. Löw war mehr als zufrieden. "Das war schon hervorragend", sagte er, und auch Nebenmann Jerome Boateng lobte: "Mats hat sehr gut gespielt."

Das wiedervereinte Weltmeister-Duo soll für Löw im weiteren Turnierverlauf zum Erfolgsgarant werden; vor allem in den oft engen K.o.-Spielen, wenn die Null stehen muss. "Wir hatten keine Probleme", sagte Hummels über die Abstimmung mit Boateng, "wir haben ja mittlerweile schon ein paar Spielchen zusammen gemacht". Immerhin 31 in der Nationalmannschaft, obwohl das Doppel erst seit dem WM-Viertelfinale 2014 gegen Frankreich (1:0) im Zentrum gesetzt ist.

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Am Ende, gab Hummels zu, habe ihm "die Kraft gefehlt", das aber sei "normal" nach einer längeren Pause. Er war aber noch wach genug, um das große Ganze in den Blick zu nehmen. "Gut verteidigen", sagte er, "ist einfach, gut angreifen schwieriger."

Dieses zweite Gruppenspiel in Saint-Denis war "hoffentlich noch nicht unser Maximum", ergänzte Hummels, "sonst kommen wir nicht ins Finale". Denn er weiß: Ob in der Offensive oder bei ihm selbst - es ist noch Luft nach oben.

(sid)
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