| 16.41 Uhr

Achtelfinale gegen die Slowakei
Fliegt Khedira für Schweinsteiger aus der Startelf?

Deutschland - Slowakei: die Fakten
Deutschland - Slowakei: die Fakten
Evian. In der Vorrunde reichte es für Bastian Schweinsteiger nur zu zwei Kurzeinsätzen. In der K.o.-Runde könnte der Kapitän aber wieder eine wichtige Rolle spielen.

Ein Selfie mit dem Zugführer der historischen Standseilbahn, Autogramme für die staunenden Kids von Evian. Kurz vor dem Achtelfinale der deutschen Weltmeister gegen die Slowakei präsentiert sich Bastian Schweinsteiger völlig entspannt und bester Stimmung. Im Training am Freitag flachst er mit seinem alten Kumpel Lukas Podolski, auffällig oft sucht er den Blickkontakt zu Bundestrainer Joachim Löw.

"Basti ist gut in Schuss"

Möglicherweise hat Schweinsteiger so gute Laune, weil der lange verletzte Kapitän am Sonntag in Lille (18.00 Uhr/Live-Ticker) vor seinem Startelfdebüt bei der EURO in Frankreich steht. "Basti ist in einem guten Zustand, wird jede Woche besser, stabiler und spielfreudiger", sagte Assistenztrainer Marcus Sorg. Er heizte die Spekulationen um den 31-Jährigen damit an: "Er kommt so langsam auf das Niveau, dass er uns von Anfang an helfen kann." Sorgs Kollege Thomas Schneider meinte zustimmend: "Basti ist gut in Schuss."

Nach seiner langen Verletzungspause infolge einer schweren Knieverletzung hat sich Schweinsteiger wieder einmal zurückgekämpft. Am vergangenen Dienstag hatte der Mittelfeldspieler von Manchester United beim 1:0 gegen Nordirland im Pariser Prinzenpark seinen 15. EM-Einsatz absolviert und damit ein kleines Kapitel deutscher Fußball-Geschichte geschrieben. Schweinsteiger war in der 69. Minute für Sami Khedira eingewechselt worden, er ließ damit den WM-Kapitän Philipp Lahm (14) hinter sich.

"Es ist eine große Ehre, deutscher EM-Rekordspieler zu sein. Vielen Dank für eure Glückwünsche und Nachrichten!", schrieb Schweinsteiger anschließend in den sozialen Netzwerken. Ansonsten zieht es der Routinier vor, zu schweigen.

Nach allen drei Gruppenspielen der DFB-Auswahl stapfte der Kapitän missmutig und kommentarlos an der internationalen Presse vorbei, nur einmal saß er bislang im DFB-Medienzentrum auf dem Podium. Ganz anders Khedira, sein einstiger kongenialer Partner auf der Doppelsechs. Ausgerechnet der 29-Jährige, stets auskunftsfreudig, könnte für ein Schweinsteiger-Comeback aus der Startelf gestrichen werden.

"Es ist vieles möglich", sagte Schneider vieldeutig. Die Entscheidung über das Personal müsse Löw treffen. Der Bundestrainer hat in den vergangenen Wochen stets betont, Schweinsteiger mache "große Fortschritte", er baue in der K.o.-Phase auf ihn. Möglicherweise ist die Zeit dafür schon im Achtelfinale reif.

Schweinsteiger absolvierte sein letztes Spiel in der Nationalmannschaft über die volle Distanz im November 2015 gegen Frankreich (0:2). Danach stand er 22 Minuten beim EM-Test gegen Ungarn (2:0) und einige Minuten in der Nachspielzeit gegen die Ukraine (2:0) auf dem Platz, er traf 60 Sekunden nach seiner Einwechslung zum Endstand. Es folgte ein Einsatz in der Schlussphase gegen Nordirland.

Schweinsteiger hat Großes vor - nicht nur auf dem Platz, wo er "Europameister werden" will, auch privat. Kurz nach der EM werden angeblich die Hochzeitglocken läuten.

Vorher aber will er es noch einmal allen beweisen. Ob er jedoch zu einer so großartigen Leistung wie im WM-Finale vor zwei Jahren in Brasilien gegen Argentinien (1:0 n.V.) fähig ist, wird von vielen Experten bezweifelt. Das nagt offensichtlich an seinem Ego.

Auch, dass bei der EURO dreimal Torhüter Manuel Neuer die Kapitänsbinde trug, fuchst Schweinsteiger. Er stellt es allerdings anders dar: "Ich mache mir nichts aus dem Kapitänsamt." Neuer machte am Freitag aber schon einmal klar: "Ich bin absolut bereit, die Binde sofort abzugeben und würde mich freuen, wenn Basti wieder von Beginn an spielt."

(sid)
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