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Angstgegner fordert den Weltmeister im Viertelfinale
Italiens Offensive ist die Chance für Löws Elf

Deutschland - Italien: die größten Duelle
Deutschland - Italien: die größten Duelle FOTO: dpa, dpa
Düsseldorf. Jetzt also der ewige Rivale. Schwerer hätte es für die deutsche Mannschaft kaum kommen können auf dem Weg unter die letzten vier. Auf dem Papier gilt Titelverteidiger Spanien zwar als die bessere Mannschaft – was von solchen Einschätzungen zu halten ist, stellten die Italiener am Montagabend jedoch wieder einmal unter Beweis. Von Bernd Jolitz

Keine Frage: Die Truppe von Bundestrainer Joachim Löw hat im Viertelfinale am Samstag (21 Uhr/Live-Ticker) ein ganz dickes Brett zu bohren, und das liegt nicht allein an der desaströsen deutschen Bilanz gegen die "Squadra Azzurra".

In 32 Vergleichen seit 1923 gelangen deutschen Nationalmannschaften nur sieben Siege gegen Italien, 15 Mal verließen sie als Verlierer den Platz. Noch bitterer wird das Ganze, wenn man nur die Duelle bei großen Turnieren heranzieht: Von deren acht bei Welt- und Europameisterschaften gewann Deutschland kein einziges, verlor dagegen gleich vier. Besonders schmerzhaft sind die Erinnerungen an das 1:2 im EM-Halbfinale von 2012 und an das 0:2 nach Verlängerung im Halbfinale der Heim-WM 2006.

Deutschland hat Probleme gegen tiefstehende Gegner

Doch selbst wenn man die Geister der Vergangenheit außer Acht lässt, ist die Aufgabe im Viertelfinale schwer genug. Die kompakte Defensive der Italiener ist zwar nicht mehr das Catenaccio früherer Jahre, liegt den Deutschen aber dennoch nicht. Tiefstehende Gegner bereiten der Löw-Mannschaft oft Probleme, und der Abwehrverbund der Azzurri mit der Juventus-Dreierkette Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini ist trotz seines hohen Durchschnittsalters einer der Besten der Welt. Falls doch einmal ein Ball durchkommt, ist da immer noch Keeper Gianluigi Buffon, mit inzwischen 38 Jahren keinen Deut schlechter als in jungen Jahren.

Zu packen sind die Italiener über ihre Offensive. Éder, Graziano Pellè, der Ex-Dortmunder Ciro Immobile – das sind alles gute Stürmer, aber keine, die Jerome Boateng und seinen Mitstreitern Angst einjagen sollten. Schreckgespenster für die Deutschen – wie früher Paolo Rossi, Alessandro Del Piero oder Mario Balotelli – gibt es im aktuellen Kader nicht. Einen Strippenzieher im Mittelfeld wie Andrea Pirlo auch nicht. So oder so: Deutschland hat noch einige Rechnungen mit Italien offen. Es wird Zeit, sie zu begleichen.

Quelle: RP
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