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TV-Kritik
Dann doch lieber Bela Rethy!

EM 2016: Steffen Simon? Dann doch lieber Bela Rethy!
Steffen Simon kommentierte das Viertelfinale Deutschland gegen Italien. FOTO: WDR/Markus Verhall
Düsseldorf. Am Samstag kam es für die deutschen Fans zunächst dicke. Erst wurde die Aufstellung des Viertelfinalspiels gegen Italien veröffentlicht. Der bangen Frage, ob Joachim Löw mit seiner Umstellung die Geister von 2012 heraufbeschwor, folgte der nächste Schock: Die ARD ließ Steffen Simon kommentieren. Das Spielergebnis gab Löw recht. Die Leistung von Simon indes der ARD nicht. Von Patrick Scherer

Geschmäcker sind verschieden. Ob einem Stimmfarbe, Intonation oder Lautstärke eines Kommentators in den Kram passen, ist schwer diskutierbar. Objektive Kriterien sind jedoch Sachverstand, Teamkenntnisse und Bewertung von Spielsituationen. Simon schnitt überall weit unter Durchschnitt ab. Vor allem sein gefährliches Halbwissen in Taktikfragen brachte Simon oftmals in die Verlegenheit, sehr vage Einordnungen zu treffen. Den Hobby-Schland-Fan mag der 51-Jährige damit noch beeindrucken, einem Fußball-Junkie entlocken die Kommentare jedoch ein Gähnen oder einen Tobsuchtsanfall.

Bei Turnieren darf ein Kommentator Partei für das deutsche Team ergreifen. Simon übertrat aber - gerade was die Bewertung von Foulspielen anging - klar Grenzen.

Lange Pausen in Sätzen, Verwechslung der Zeitlupen, falsche Namen - das sind Spezialkategorien des ZDF-Kollegen Bela Rethy, der zu Recht häufig Kritik erntet. Am Samstag war aber die Versuchung da, sich Rethy herbeizuwünschen, da Simon in diesen Kategorien neue Maßstäbe setzte. Ein Trost: Das ZDF wird wohl das deutsche Halbfinale übertragen. Das Finale in der ARD kommentiert Gerd Gottlob.

Quelle: RP
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