| 12.18 Uhr

EM 2016
Warten auf den Odonkor-Moment

Das machen die Protagonisten des Sommermärchens heute
Das machen die Protagonisten des Sommermärchens heute FOTO: AP, AP
Meinung | Düsseldorf. Die große EM-Begeisterung? Na ja, trotz Autofähnchen, Autospiegel-Kondomen und Schrebergarten-Flaggen hat sie sich hierzulande noch nicht eingestellt. Warum? Von Martin Beils

  • Vielleicht, weil Schwarz-Rot-Gold angesichts eines an manchen Ecken unseres Landes gefährlich aufflammenden Nationalismus nicht mehr von jedermann ganz so unbefangen in den Wind gehängt wird wie in den Jahren 2006 und folgenden.
  • Mit Sicherheit, weil die Terrorgefahr die Europameisterschaft seit den Anschlägen von Paris im vergangenen November belastet.
  • Wohl auch, weil der Blatter-Platini-Niersbach-Komplex den großen Fußball in Verruf gebracht hat.
  • Womöglich, weil mancher des Fußballs angesichts der Überversorgung (mit der Absurdität einer achtstündigen Amateurfußballübertragung zuletzt in der ARD als Tiefpunkt) überdrüssig ist.
  • Bestimmt sogar, weil das Weltmeisterland nach dem Triumph von Rio 2014 verwöhnt ist und nun ja lediglich eine EM beginnt.
  • Auf jeden Fall, weil das Turnier mit 24 Teams über die Maßen aufgebläht ist und die Vorrunde eine müde Veranstaltung werden könnte.
  • Möglicherweise, weil der Glamourfaktor der Ukraine, des ersten deutschen Gegners, sehr gering ausfällt.

Doch schon eine besondere Szene kann die Begeisterung entfachen. Das Sommermärchen begann vor zehn Jahren auch recht verhalten. Erst mit der Einwechslung David Odonkors, seiner Flanke, dem Treffer von Oliver Neuville und dem Sieg über Polen fing die einmalige Partie an. Fußball-Deutschland wartet wieder auf einen Odonkor-Moment.

Quelle: RP
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