| 10.20 Uhr

Mehrere Positionen noch offen
Wie sieht die Startelf gegen die Ukraine aus?

Fotos: Gewinner und Verlierer der EM-Vorbereitung
Fotos: Gewinner und Verlierer der EM-Vorbereitung FOTO: dpa, mb wst
Düsseldorf. Joachim Löw lässt sich wie gewohnt nicht in die Karten schauen. Der Bundestrainer pokert ein wenig. Möglicherweise weiß er selbst noch nicht genau, wie seine erste Elf für das EM-Auftaktspiel gegen die Ukraine am Sonntag (21 Uhr, im Liveticker) aussehen wird. Von Andreas Reiners

Angeblich hatte er beim 2:0-Sieg bei der Generalprobe gegen Ungarn am vergangenen Samstag ja seine EM-Elf aufs Feld schicken wollen, wollte den Ernstfall proben. Löw selbst zündete im Anschluss allerdings einige Nebelkerzen.

"Es gibt keine Wunschelf bei diesem Turnier. Ich lasse manches offen. Es ist wichtig, dass man Spieler hat, die frisch sind. Deshalb kann es von Vorteil sein, wenn man nicht immer mit der gleichen Mannschaft spielt", sagte Löw. Der 56-Jährige lässt sich wenige Tage vor dem Auftakt nicht auf eine Startelf festnageln.

Sicher ist also derzeit nur, dass Löw gegen die Ukraine definitiv elf Spieler aufstellen wird. Dabei dürften die meisten Positionen natürlich bereits vergeben sein. Drei sind allerdings mindestens noch offen.

Die Kleinsten, Größten, Schwersten und Jüngsten FOTO: afp, CS

Innenverteidigung: Wer bildet mit dem gesetzten Jerome Boateng die Innenverteidigung und ersetzt für's Erste den verletzten Mats Hummels? Kandidaten gibt es mehrere, wobei Antonio Rüdiger derzeit die erste Wahl zu sein scheint. Benedikt Höwedes wäre eine Alternative, auch Joshua Kimmich, der bei den Bayern aus der Verletzungsnot heraus bekanntlich vom defensiven Mittelfeldmann zum Abwehrspezialisten umfunktioniert wurde sowie Shkodran Mustafi.

Bei allen Planspielen kommt es vor allem darauf an, ob Löw mit einer Dreier- oder Viererkette spielen lässt. Zwar funktionierte die Dreierkette im vorletzten Test gegen die Slowakei (1:3) nicht wirklich gut, der Bundestrainer hat aber betont, flexibel bleiben zu wollen. Gegen Ungarn durfte Rüdiger in der Viererkette ran. Als Löw gegen die Slowakei mit Dreierkette spielen ließ, waren es Kimmich, Boateng und Rüdiger.

Rechte Abwehrseite: Wer macht den Philipp Lahm, wer ersetzt den bislang kaum zu ersetzenden Ex-Kapitän? Gegen Ungarn übernahm Höwedes die Rolle in der Viererkette. Wie erwartet solide in der Defensive, ohne im Spiel nach vorne zu glänzen.

EM-Prognose: So schneiden die Teams ab FOTO: afp, PST

Das ist kein Vorwurf, Höwedes sagte zuletzt selbst, dass er kein Dani Alves mehr werde. Das wird von Löw auch nicht erwartet. Weitere Kandidaten auf rechts sind Kimmich, Emre Can und Mustafi. Kimmich wurde im Training und im Spiel gegen die DFB-interne U20 auf der rechten Seite getestet, er hat bewiesen, dass er flexibel ist. Mustafi spielte in der Vorbereitung keine einzige Minute, und Can konnte in den Qualifikationsspielen auch keine Glanzpunkte auf der rechten Abwehrseite setzen, da er defensiv zu anfällig ist. Aber: Der Profi des FC Liverpool ist im Spiel nach vorne vielleicht die beste Option für diese Position.

Linkes Mittelfeld: Nach dem Ausfall von Marco Reus ist auch das linke Mittelfeld noch eine offene Planstelle. Julian Draxler durfte gegen Ungarn Pluspunkte sammeln. Auf der Position tummeln sich allerdings die meisten Konkurrenten, neben Draxler können dort auch Mario Götze oder André Schürrle spielen. Und Lukas Podolski. "Er hat Spaß und ist mit großem Selbstvertrauen zu uns gekommen. Er wirkt sehr austrainiert, ist spritzig", sagte Co-Trainer Schneider zuletzt und lobte die "sehr gute Verfassung" des 128-maligen Nationalspielers, der gegen Ungarn allerdings nur zu einem Kurzeinsatz kam. Aber vielleicht gibt ihm die Geburt seiner Tochter Maya noch einmal einen Schub für die EM. Auch Leroy Sané kann diese Position ausfüllen, doch der Schalker wird froh über jede Minute sein, die er in Frankreich zum Einsatz kommt. Aber vielleicht ist das auch sein großes Plus: Sané ist unbekümmert und könnte die große Überraschung sein.

Angriff: Hier lautet die Kardinalfrage: Falsche Neun oder echte Neun? Die besten Karten hat im Moment wohl Mario Gomez, der Löw einen echten Stoßstürmer in den vergangenen Wochen wieder schmackhaft gemacht hat. Sollte Löw auf den Torschützenkönig der türkischen Liga setzen, wäre Götze ein Kandidat für die Zehn. Oder aber der Münchner macht die falsche Neun.

(are)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

EM 2016: Wie sieht die Startelf gegen die Ukraine aus?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.