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EM-Quartiere
Unter vier Sternen geht nichts

Hier residiert der DFB-Tross
Hier residiert der DFB-Tross FOTO: Hotel Ermitage
Paris. Weltmeister Deutschland bezieht am Dienstag sein EM-Quartier am Genfer See. Andere Teams sind früher dran. Reise-Europameister ist Rumänien.

Im Hotel Ermitage laufen die Vorbereitungen für die Ankunft des Weltmeisters am Dienstag auf Hochtouren, den "Titel" des Reise-Europameisters kann Deutschland beim Einzug in die idyllische Herberge am Genfer See aber schon abschreiben. Rumänien landete als erster EM-Teilnehmer bereits am Sonntagmittag bei grauem Himmel auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle und reiste direkt weiter ins Fünf-Sterne-Hotel Mont-Royal in Orry-la-Ville.

Der rumänische Eröffnungsspielgegner Frankreich zog wenige Stunden später nach. Mit viel Rückenwind nach dem überzeugenden 3:0-Erfolg bei der EM-Generalprobe gegen Schottland reiste der Gastgeber und Titelfavorit von Metz ins Centre National du Football (Nationales Fußballzentrum) in Clairefontaine. Der deutsche Gruppengegner Nordirland, Russland und Wales bezogen ebenfalls schon am Sonntag ihre EM-Unterkünfte.

Wie wichtig eine Unterkunft während eines langen Turniers ist, erlebte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor zwei Jahren beim WM-Triumph in Brasilien. "Das Camp hatte einen großen Anteil daran, dass wir den Titel geholt haben", sagte der mittlerweile aus der Nationalelf zurückgetretene Per Mertesacker über das längst zum Mythos gewordene Campo Bahia.

Wer wie ein Weltmeister schlafen will, muss heute tief in die Tasche greifen. Für eine Nacht im Campo Bahia wurden mal eben 250 Euro fällig. Aber klar ist auch: Wer hoch hinaus will, braucht das richtige Quartier. Es geht um mehr als ein paar gute Trainingsplätze, bequeme Betten und gesundes Essen.

"Das EM-Quartier ist wie ein Zuhause. Die Spieler brauchen eine Wohlfühlatmosphäre, weil sie wochenlang aus ihrem gewohnten Umfeld heraus sind und bereits eine lange Saison hinter sich haben", sagte Motivationscoach und Sportexperte Matthias Herzog dem SID: "Es geht darum, Topbedingungen zu schaffen, damit die Spieler Topleistungen abrufen können. Das gesunde Verhältnis von An- und Entspannung ist wichtig."

Deswegen hat der DFB das 2010 komplett renovierte Vier-Sterne-Haus am Genfer See in der Nähe der Stadt Evian-les-Bains angemietet. Der See und die Berge schaffen Idylle, der moderne Trainingsplatz und die kurzen Wege zum Flughafen beste Voraussetzungen.

"Bundestrainer Joachim Löw und sein Team haben das Quartier bewusst ausgewählt", sagte Experte Herzog: "Das EM-Quartier ist abgelegen und liegt in malerischer Natur. Es ist nachgewiesen, dass Wasser eine beruhigende Wirkung hat. Die Kombination der Elemente wirkt beruhigend und zugleich konzentrationssteigernd auf die Spieler."

Luxus, gutes Essen, ideale Trainingsbedingungen und möglichst kurze Wege haben übrigens alle 24 EM-Teilnehmer gesucht. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hatte vorab eine Liste möglicher Domizile erstellt - mit einem Hotel unter vier Sternen gab sich erwartungsgemäß keine Mannschaft zufrieden.

Schlusslicht bei der Anreise sind die Portugiesen. Das Team mit Superstar Cristiano Ronaldo kommt erst am Donnerstag nach Frankreich und zieht in das nationale Rugbyzentrum der Franzosen in Linas-Marcoussis.

(sid)
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