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Kritik an Löw
Watzke vermisst weitere Dortmunder im EM-Aufgebot

Überblick: Joachim Löws EM-Kader
Überblick: Joachim Löws EM-Kader FOTO: dpa, woi lof
Dortmund. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Bundesligist Borussia Dortmund hat die EM-Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw kritisiert. "Dem deutschen Fußball muss es richtig gut gehen, wenn man vom Team, das 78 Punkte geholt hat, nur drei Spieler mitnimmt", sagte der BVB-Boss in Anspielung auf die starke Saisonbilanz des Vizemeisters.

Umso mehr freute sich Watzke über die erste Nominierung von Dortmunds Shootingstar Julian Weigl. "Ich war schon im Vorfeld darüber informiert und habe extra Gewichte besorgt, damit er nicht abhebt", sagte der 56-Jährige weiter: "Es ist komplett verdient. Julian hat eine großartige Zukunft vor sich, wenn er auf dem Boden bleibt und alles mitnimmt, was sich ihm hier bietet."

Weigl berichtete von seiner ersten Berufung in den Weltmeister-Kader immer noch geradezu euphorisiert. "Der Moment, als der Anruf kam, war unbeschreiblich. Ich kannte die Nummer nicht und bin einfach rangegangen", sagte der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler einen nach seiner Nominierung für den vorläufigen EM-Kader der deutschen Nationalmannschaft: "Ich habe mich riesig gefreut und bin zuhause im Dreieick gesprungen. Die Nationalelf war schon immer mein Traum."

Eine Entscheidung zwischen der A-Nationalmannschaft und dem U21-Team, die bei den Olympischen Spielen in Brasilien um eine Medaille kämpfen will, habe er nicht treffen müssen. "Das wurde mir abgenommen. Es ist so, dass die A-Mannschaft Vorrang hat. Nach der Woche im vorläufigen EM-Kader wird man sehen, wie es weitergeht", sagte der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler. 

Pokalfinale "auf Wembley-Niveau"

Auch zum Pokalfinale gegen Bayern München äußerte sich Watzke auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. "Ich glaube, wir haben mittlerweile ein Wembley-Niveau", sagte der BVB-Chef und verglich das Pokalfinale im Berliner Olympiastadion mit dem legendären FA-Cup-Endspiel im Londoner Fußball-Mekka.

"Der Pokal hat in Deutschland einen ungaublichen Aufschwung genossen. Das sieht man allein daran, dass meistens Dortmund und Bayern im Finale stehen, wenn sie sich nicht vorher gegenseitig ausschalten", sagte der 56-Jährige weiter. "Im England genießen Meisterschaft und Champions League mittlerweile einen höheren Stellenwert. Das liegt sicherlich auch an den ausländischen Investoren."

Vor einer Niederlage hat der sonst sehr pessimistische Watzke diesmal keine Angst, er freue sich eher auf das Endspiel: "62 andere Mannschaften wären froh, wenn sie nach Berlin fahren könnten, und ich habe das Gefühl, dass wir dieses Jahr dran sind."

Watzke sieht Dortmunds Kontrahent München allerdings als eine der besten Mannschaften in Europa: "Wir spielen nicht gegen Barfuß Kairo, sondern gegen Bayern München. Sie sind der Favorit, und ein Sieg von uns wäre eine Überraschung. Ich denke, das sind die besten Voraussetzungen für uns."

(sid)
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