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Trotz 3:1-Erfolg gegen Polen
Lehmann kritisiert DFB-Elf: "Unglaublich schwach"

Einzelkritik: Bestnote für Matchwinner Götze
Einzelkritik: Bestnote für Matchwinner Götze FOTO: dpa, fg fdt
Frankfurt/Main. Die deutsche Nationalmannschaft hat in Frankfurt/Main einen souveränen Sieg gegen Polen gefeiert und durch das 3:1 die Tabellenführung in der Gruppe D übernommen. Alles gut also? TV-Experte Jens Lehmann kritisierte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie.

"Überzeugt bin ich nicht. Wir waren defensiv unheimlich schwach. Wir als Mannschaft waren auf einmal so langsam", sagte Lehmann bei seiner Analyse beim Fernsehsender RTL. Lehmann weiter: "Das ist eine ganz andere Mannschaft als die, die Weltmeister geworden ist. Man hatte den Eindruck, dass die Geschwindigkeit nicht mehr da ist."

Pressestimmen: "Sabbatical beendet" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Das Offensivspiel gefiel Lehmann ganz gut, im Umschaltspiel nach hinten sah der ehemalige Nationaltorhüter, der bei der WM 2006 im eigenen Land mit Deutschland Dritter wurde, allerdings große Probleme. "Wenn die Polen mal Gas gegeben haben, merkte man, dass es echt Schwächen in der Rückwärtsbewegung gab. Vor allem, weil wir kaum noch schnelle Spieler haben", sagte Lehmann: "Im Umschaltspiel sind wir echt nicht mehr schnell. Ich hoffe, das war nur eine Eintagsfliege. Auf den Außenpositionen sind wir sehr langsam geworden."

Das konnte Bundestrainer Joachim Löw so nicht stehen lassen. "Wir hatten nur ein Ziel. Wir wollten das Spiel gewinnen und die Tabellenführung übernehmen. Das war das Allerwichtigste und das ist uns verdient gelungen. Deshalb bin ich insgesamt sehr zufrieden", sagte der 55-Jährige und versprach selbstbewusst den deutschen Fans für das Match in Glasgow ebenfalls einen Sieg: "Das wird ein ganz anderes Spiel, weil die Schotten nach ihrer Niederlage gegen Georgien auch offensiv was tun müssen, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen. Aber wir werden gut vorbereitet sein, werden konzentriert auftreten, ein gutes Spiel machen und in Schottland gewinnen."

Götze glänzt mit Doppelpack gegen Polen FOTO: afp, agz

Zwar attestierte Löw Debütant Emre Can ein gutes Spiel, allerdings sah das in Wahrheit anders aus. Der polnische Anschlusstreffer durch Robert Lewandowski fiel über die rechte Seite, auf der Can verteidigte. Bei der Flanke von Kamil Grosicki war Can zu weit aufgerückt und konnte die schöne Außenrist-Hereingabe nicht mehr verhindern.

Dennoch gab es Lob von Löw für Can. "Insgesamt hat er ein gutes Spiel gemacht. Ich war zufrieden mit ihm", sagte Löw. Lehmanns Anschlussfrage: "Ist er schnell genug für diese Position?" Löw: "Emre hat schon eine gute Grundschnelligkeit. Im zentralen Mittelfeld oder in einer Dreierkette hat er seine Stärken, aber heute war ich schon zufrieden."

Thomas Müller, der Deutschland nach der schönsten Kombination des Spiels über Karim Bellarabi und Jonas Hector in Führung gebracht hatte, gab Lehmann indirekt recht. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir etwas stabiler sind und nicht so viele Fehlpässe spielen. Auch ich habe in der zweiten Halbzeit zweimal die Polen bedient. Das gibt dem Spiel für mich einen kleinen negativen Touch." Ähnlich sah es auch Toni Kroos: "Wir haben die Polen teilweise zu Chancen eingeladen. Das müssen wir verbessern."

(seeg)
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