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Endspiel gegen Georgien
Sorgenloser Löw verschwendet keinen Gedanken an die Play-offs

Einzelkritik: Özil taucht ab
Einzelkritik: Özil taucht ab FOTO: afp, bf
Leipzig. Die zweite Niederlage in der EM-Qualifikation (0:1 in Irland) hat das Selbstbewusstsein der deutschen Nationalmannschaft ganz offensichtlich nicht erschüttert. Das machte der Auftritt von Bundestrainer Joachim Löw vor dem letzten Gruppenspiel am Sonntag in Leipzig gegen Georgien (20.45 Uhr/Live-Ticker) ziemlich deutlich. "Ich denke, es ist nichts Dramatisches passiert", sagte er am Samstag im Leipziger Stadion, "wir haben es als Tabellenführer in der Hand gegen einen Gegner, der ja nicht zu den Topteams in Europa gehört. Wir werden uns aus eigener Kraft qualifizieren." Von Robert Peters

Dafür reicht dem Weltmeister bereits ein Unentschieden. Daran aber verschwendet weder Löw noch Torwart Manuel Neuer einen Gedanken. Neuer versicherte: "Wir wollen und wir werden gegen Georgien gewinnen." Und Löw betonte: "Wir freuen uns darauf, in Leipzig zu spielen, weil es ein entscheidendes Spiel ist und uns das Leipziger Publikum immer toll unterstützt hat. Wir werden das morgen zurückgeben und das Spiel gewinnen."

Ähnlich selbstbewusst war die DFB-Auswahl in Dublin in die Begegnung mit Irland gegangen. Dort scheiterte sie vor allem an einer schlampigen Chancenverwertung. Dass dabei Anflüge von unangebrachter Überheblichkeit entscheidend waren, bestritt Löw. "Das kann man von unserer Mannschaft nicht behaupten", sagte der Bundestrainer, "sie wollte das Spiel schon auch gewinnen. Unsere Spieler sind schon sehr professionell."

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Löw fordert Konsequenz vor dem Tor

Es mangelt ihnen allerdings häufig mal an Entschlossenheit vor dem Tor. Löws fachkundiger Tipp: "Mit der ersten Chance schon so umgehen, als wäre es die letzte." Das ist eine sehr gute Idee, zuletzt verschwendete seine Mannschaft fünf von sechs Großchancen. "Das", stellte Löw fest, "lässt die Chancen des Gegners wachsen. Wir werden frustriert, und der Gegner weiß, dass ihm vielleicht eine Chance reicht, uns zu schlagen." Das Irland-Spiel war ein gutes Beispiel. Deutschland spielte vorn nicht mit dem nötigen Nachdruck, die Iren setzten einen entscheidenden Konter. "Es war wie beim Boxen", urteilte Löw, "ein Schlag, ein Lucky Punch, und wir waren k.o."

Viel vorsichtiger als in Dublin wird seine Mannschaft in Leipzig dennoch nicht ins Spiel gehen. Denn Löw beteuerte: "An unserer Spielidee gibt es überhaupt keinen Zweifel. Wir haben das auch in Irland von der Anlage und von der Raumaufteilung gut gemacht. Daran werden wir nichts ändern." An die Zukunft mit einem vergleichsweise durchschlagskräftigeren Mittelstürmer der Art Mario Gomez denkt er eher nicht.

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Löw versicherte zwar, die Tür sei nicht zu, und er beobachtet offenbar mit Wohlgefallen, dass Gomez in der Türkei das Toreschießen wieder entdeckt hat. Seine erste Wahl wird er trotzdem nicht. "Entscheidend ist, dass wir Chancen herausspielen, und das tun wir", sagte der Coach, "wichtig ist, dass ein Spieler zu unserer Philosophie passt, mit der Brechstange kommt man heute nicht mehr zum Erfolg." Er wird daher weiter auf eine beweglich aufgestellte Offensive mit Spielertypen wie Mesut Özil, Thomas Müller und Marco Reus setzen. Und "die will ich gar nicht auf eine Position festlegen".

Sie werden gegen Georgien ganz sicher in der ersten Elf stehen. Löw schloss große Änderungen gegenüber der Aufstellung von Dublin aus. Mario Götze muss er auf jeden Fall ersetzen. Der Bayern-Spieler fällt mit einer schweren Adduktoren-Verletzung bis zur Winterpause aus. Sein früherer Münchner Kollege Bastian Schweinsteiger darf noch leise Hoffnungen haben. Er war im Abschlusstraining zum Georgien-Spiel dabei. "Wenn er hundertprozentig fit ist, dann wird er spielen", sagte Löw. Dann würde Ilkay Gündogan aus dem defensiven Mittelfeld auf die offensive Position der Nummer zehn rücken. Für die Grundsicherung des deutschen Spiels wäre das besser. Aber Schweinsteiger hat noch keine eindeutig positiven Signale gesendet.

 
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