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EM-Qualifikation
2:0 in Georgien – Pflicht souverän erfüllt

Pressestimmen: "Borussia Mönchengladbach oder Nationalwappen von Georgien"
Pressestimmen: "Borussia Mönchengladbach oder Nationalwappen von Georgien" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO
Tiflis. Fußball-Weltmeister Deutschland bleibt in der EM-Qualifikation auf Kurs. Gegen Georgien treffen Reus und Müller. Von Holger Schmidt und Marco Mader

Joachim Löw atmete tief durch und schickte seine Spieler dann erst einmal in die deutsche Kurve. Kapitän Bastian Schweinsteiger, Marco Reus und Co. bedankten sich für die Unterstützung der mitgereisten Anhänger, die angesichts der souveränen Vorstellung des Weltmeisters in Tiflis zufrieden waren und ihrerseits die DFB-Auswahl mit Applaus bedachten.

Löw und seine Profis zeigten sich dagegen nach dem glanzlosen 2:0-Pflichtsieg äußerst selbstkritisch. "Wir haben noch Luft nach oben", sagte Torschütze Thomas Müller, und Kapitän Bastian Schweinsteiger ergänzte nach dem 900. Länderspiel der deutschen Mannschaft: "Wir haben den ein oder andern Fehler zu viel gemacht. Wir müssen uns bis zu den nächsten Spielen weiter verbessern." Und Torwart Manuel Neuer ergänzte: "Georgien ist nicht der Maßstab."

Das sah auch Löw so: "Wir haben insgesamt in der Qualifikation zu wenig Tore geschossen. Aber im Herbst kommt für uns die entscheidende Phase, wenn wir die Rückspiele gegen Polen, Schottland und Irland haben." Mit dem Auftritt gegen Georgien war er halbwegs zufrieden: "Da waren ein paar gute Kombinationen mit Zielrichtung Tor. Nach der Pause haben wir das Spiel dann zu sehr verwaltet und wieder die ein oder andere Chance liegengelassen."

Reus (39.) und Müller (44.) erzielten im Hexenkessel von Tiflis die Treffer für die Gäste, die nach anfänglichen Schwierigkeiten gegen den 126. der Weltrangliste ihrer Favoritenrolle voll und ganz gerecht wurden. Löw stellte im Jubiläumsspiel die Experimente für seinen Masterplan wie erwartet hintenan.

Der 55-Jährige kehrte zur Viererkette zurück und beorderte in Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos, Müller und dem erstmals offiziell als Kapitän fungierenden Schweinsteiger alle sechs beim 2:2 gegen Australien geschonten Weltmeister zurück in die Startelf. Bei den Georgiern gab der frühere Frankfurter Bundesliga-Profi Kachaber Tschadadse nach einem 2:0 zum Einstand gegen Malta sein Pflichtspiel-Debüt als Trainer.

Die 54 549 Zuschauer sorgten wie von Löw erwartet für eine hitzige Atmosphäre, pfiffen den Weltmeister bei jeder Offensivaktion lautstark aus und feierten jede halbwegs gelungene Aktion ihres Teams frenetisch. Allerdings erlitten die Hoffnungen der Georgier schon frühzeitig einen Dämpfer: Abwehrchef Alexandre Amisulaschwili verletzte sich gleich bei der ersten Aktion und musste ausgewechselt werden (4.).

Eine Minute später hätte Reus beinahe schon die Führung für das DFB-Team erzielt. Doch sein Schuss aus spitzem Winkel nach schöner Vorarbeit von Müller prallte an die Unterkante der Latte. Wenig später verfehlte Müller das Tor. Kroos, Götze und wiederum Reus vergaben weitere Möglichkeiten, ehe Reus dann mit seinem neunten Länderspieltor das deutsche Team erlöste. Götze hatte den Treffer glänzend vorbereitet. Müller legte dann noch vor der Pause nach, nachdem er von Mesut Özil schulmäßig bedient worden war. Für Müller war es bereits der fünfte Treffer in der laufenden EM-Qualifikation.

Nach dem Führungstreffer agierte die deutsche Elf entschlossener und energischer. Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der Weltmeister angesichts des beruhigenden Vorsprungs das Spiel und ließ den Gastgebern so gut wie keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr. Zwar mühten sich die Georgier nach Kräften, gegen die aufmerksame deutsche Defensive standen sie aber zumeist auf verlorenem Posten. In der 60. Minute hatte der Außenseiter Glück, als Reus erneut nur das Aluminium traf.

(sid)
 
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