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Kommentar zur EM-Qualifikation
Minimalziel knapp erreicht

Die Prämien der deutschen Nationalspieler
Die Prämien der deutschen Nationalspieler FOTO: dpa, woi lof
Meinung | Leipzig. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich für die EM-Endrunde 2016 in Frankreich qualifiziert. Das war bei dem neuen Modus, der das Teilnehmerfeld aufbläht und kleine Pannen erlaubt, nicht anders zu erwarten. Es ist nicht mehr als das Abhaken eines Minimalziels. Von Robert Peters

Pannen hat sich der Weltmeister gestattet. Er kam überhaupt nicht gut rein in den nächsten Wettbewerb nach dem Triumph von Rio de Janeiro und hatte erkennbare Mühe, frischen Ruhm und ein paar prominente Abgänge zu verkraften. Deshalb wurde es ausnahmsweise mal nicht der übliche Durchmarsch, von dem sicher auch die DFB-Verantwortlichen nach der Gruppenauslosung ausgegangen waren.

Schließlich wussten sie, dass bis auf Polen kein Team in der Lage sein würde, fußballerisch mit der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw mitzuhalten. Das wussten auch die Spieler. Doch bei ihnen führte das zu gelegentlichen Anfällen von Hochmut, die namentlich die Iren mit ihrer Leidenschaft und Kampfkraft bestraften.

Überheblichkeit wird sich die DFB-Auswahl im nächsten Jahr in Frankreich nicht leisten können. Löw hat das Turnier bereits ziemlich lässig als Durchgangsstation zur Titelverteidigung bei der WM in Russland bezeichnet. Und wenn es geht, soll seine Mannschaft dabei auch noch schnell den Titel bei der Europameisterschaft mitnehmen.

Einzelkritik: Chancentod Reus, nervenstarker Müller FOTO: afp, bb

Das Talent dafür hat sie. Aber ihre Vorstellungen in dieser manchmal sehr holprigen Qualifikationsserie nähren doch Zweifel am Gesamtprodukt. Löw mag sich ausreichend damit beruhigen, dass es ihm noch immer gelungen ist, in der gemeinsamen Vorbereitungszeit Unebenheiten im Mannschaftsgefüge zu glätten. Zu sicher sollte er sich allerdings nicht sein.

Quelle: RP
 
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