| 17.36 Uhr

Neue AfD-Attacke
Frauke Petry hetzt gegen Mesut Özil

Bilder: Solidarität für Boateng beim Spiel gegen die Slowakei
Bilder: Solidarität für Boateng beim Spiel gegen die Slowakei FOTO: dpa, geb wok hpl
Berlin. AfD-Bundessprecherin Frauke Petry greift den muslimischen Nationalspieler Mesut Özil an. "Es ist schade, dass Mesut Özil als Identifikationsfigur für so viele Kinder und Jugendliche die Nationalhymne nicht mitsingt", sagte Petry der "Welt am Sonntag".

Die Parteichefin kritisiert, dass Özil seine Pilgerreise nach Mekka "öffentlich zelebriert" habe. Diese Pilgerreise gehöre zwar bekanntlich zu den religiösen Pflichten eines Muslims. "Ob man sie aller Welt präsentieren muss, steht dahin", sagte Petry. Sie fügte allerdings hinzu: "Man könnte Özil fragen, ob er mit diesem Bekenntnis auch eine politische Aussage treffen wollte."

Özil hatte ein Foto auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, das ihn in traditioneller Kleidung vor der Kaaba, dem quaderförmigen Gebäude in der Heiligen Moschee in Mekka, zeigt.

Petry geht in dem Interview auch auf Özils Privatleben ein und unterstellt, dass der Fußballer "nicht nach den Regeln der Scharia" lebe. "Die Frauen, mit denen er sich öffentlich zeigt, tragen jedenfalls kein Kopftuch."

Bereits am vergangenen Montag hatte es aus Petrys Landesverband Sachsen heftige Kritik am Facebook-Post des Nationalspielers gegeben. Mittelsachsens Kreisvorstand Andrea Kersten bezeichnete die Pilgerfahrt als ein "antipatriotisches Signal". AFD-Vize Alexander Gauland bezeichnete die Reise Özils als "sehr gewöhnungsbedürftig" bezeichnet. Er hatte zuvor auch mit einer Äußerung gegen Jerome Boateng für Ärger gesorgt, als er behauptete, Deutsche wollten lieber nicht neben einem wie ihm leben. Dem "Spiegel" sagte der Politiker an diesem Wochenende, die deutsche Fußballnationalmannschaft sei "schon lange nicht mehr deutsch im klassischen Sinne". Profifußball sei "keine Frage der nationalen Identität mehr", sondern eine Geldfrage.

Im "Welt am Sonntag"-Interview erneuert Petry nun die umfassende Kritik der AfD am Islam und nennt die "Grundgesetzwidrigkeit des Islam eine Tatsache". Dem Zentralrat der Muslime in Deutschland wirft Petry vor, dass er "einer nicht verfassungskonformen Ideologie anhängt". Die Verfassungswidrigkeit des Islam ergebe sich auch aus der Heiligen Schrift aller Muslime, dem Koran. "Die Wurzeln des radikalen Islam, der unsere Verfassungsordnung bedroht, liegen eindeutig im Koran und seinen Interpretationen", sagte Petry.

(KNA)
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