| 16.07 Uhr

30 Tore in 65 Länderspielen
Phänomen Müller begeistert selbst Rod Stewart

Einzelkritik: Müller überragend, Özil ganz schwach
Einzelkritik: Müller überragend, Özil ganz schwach FOTO: dpa, fg kno
Glasgow. Mit seinen Treffern sieben und acht in der EM-Qualifikation hat Thomas Müller beim 3:2 gegen Schottland einmal mehr seinen Stellenwert für Weltmeister Deutschland unterstrichen.

Thomas Müller hat einen neuen Verehrer. "Incredible, fantastic. He is a phenomenon", schwärmte der schottische Edelfan Rod Stewart, als er mit einem Deutschland-Schal um den Hals nach dem 3:2 (2:2) von Weltmeister Deutschland gegen Schottland in den Katakomben des Hampden Park auf den deutschen Matchwinner angesprochen wurde. Mit zwei Treffern und der wichtigen Vorlagen zum Siegtreffer hatte das unglaubliche und fantastische deutsche Phänomen Müller mal wieder den Unterschied ausgemacht und sich einmal mehr als Lebensversicherung für die DFB-Auswahl erwiesen.

Der WM-Torschützenkönig von 2010 wird für die deutsche Mannschaft nach dem Rücktritt von Rekordtorjäger Miroslav Klose immer wichtiger, wie auch die Zahlen beweisen. In der laufenden EM-Qualifikation waren es für den 25-Jährigen in Glasgow die Treffer sieben und acht, in der Nationalelf in seinem 65. Spiel die Tore 29 und 30. Zudem spielt er seit Sommer 2014 vor allem auch in der Nationalelf auf höchsten Niveau, markierte einschließlich der WM-Spiele in Brasilien in 16 Einsätzen 14 Tore und bereitete drei weitere vor - unter anderem das 3:2 durch Ilkay Gündogan (54.) bei den Bravehearts.

Pressestimmen: "Müller bricht wieder die Herzen" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

"Mullered!"

"Mullered! (Vernichtet, Anm. d. Red.)", titelte der "Daily Record" vielsagend, und "Scottish Daily Mail" schrieb: "Müller zeigte wieder einmal, ein Stachel im Fleisch jedes Gegners zu sein." Der "Daily Star of Scotland" stellte indes fest: "Müller bricht wieder die Herzen."

Die besten Torjäger in der EM-Qualifikation FOTO: dpa, fg fdt

"Man weiß, dass Thomas Müller ein wahnsinnig gutes Gefühl für Situationen, für Räume hat. Er schleicht sich dahin, wo kein Gegner steht. Das ist seine große Stärke. Das kann man nicht lernen, das hat er irgendwie im Blut", sagte Bundestrainer Joachim Löw über seinen Goalgetter, der auch beim 2:1 im Hinspiel gegen die Schotten beide deutschen Tore erzielt hatte.

"Es könnte schlechter laufen", sagte Müller selbst nach dem Abpfiff in kurzer Hose und mit einem verschmitzten Lächeln, schließlich führt er aktuell mit fünf Toren für Bayern München nach drei Spieltagen auch die Bundesliga-Torjägerliste an. Wichtiger als seine beiden Treffer (18., 34.), bei denen "auch ein bisschen Glück dabei war", seien die Punkte für die Mannschaft: "Nun fahren wir mit breiter Brust nach Irland und wollen dort im Oktober die EM-Qualifikation perfekt machen."

Müller, für den im Sommer Manchester United den Bayern angeblich 100 Millionen Euro Ablöse geboten hatte, will bis dahin aber erst einmal mit den Bayern in der Liga und der Champions League weiter punkten: "Man muss immer einen Schritt nach dem anderen machen"

Beim Rekordmeister sind sie froh, dass Müller dem FC Bayern die Treue geschworen hat und auch der Klub dem fast schon unmoralischen Angebot widerstanden hat. "Wir brauchen ihn bei den Bayern und bei der Nationalmannschaft. Er steht immer goldrichtig und ist vor dem Tor eiskalt", sagte Bayern- und Nationaltorwart Manuel Neuer und Klubkollege Mario Götze, der am Freitag beim 3:1 gegen Polen ebenfalls einen Doppelpack verbucht hatte, äußerte anerkennend: "Er ist unnachahmlich, einfach unberechenbar. Seine beiden Tore waren weltklasse."

Müller selbst konnten aber weder diese Lobeshymnen noch die wahnsinnige Stimmung durch die schottischen Fans an diesem schönen Herbstabend aus der Fassung bringen. "Das war schon alles toll. Aber um Gänsehaut zu bekommen, muss bei mir schon mehr passieren", sagte der Spaßvogel und verschwand in den Mannschaftsbus.

(sid)
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